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Tagblatt Online, 11. Juni 2012 01:04:00

Parade belebt den Boulevard

Kreuzlingen TG , 09.06.2012 / Auf dem Boulevard in Kreuzlingen findet dei zweite Marching Parade der Musikvereine statt . Musikverein ScherzingenBild: Donato Caspari Zoom

Grün sind alle meine Kleider: Musikverein Scherzingen marschiert. (Bild: Bilder: Donato Caspari)

KREUZLINGEN. Zum zweitenmal fand auf dem Kreuzlinger Boulevard die Marching Parade statt. Auch dank des Wetters geriet sie zu einem vollen Erfolg – der Boulevard war gefüllt wie selten.

SEVERIN SCHWENDENER

Nachdem der Stadtharmonie Kreuzlingen im letzten Jahr mit der Marching Parade auf dem Boulevard ein voller Erfolg gelungen war, lud sie auch dieses Jahr wieder sechs Vereine aus der Umgebung ein, damit diese sich und ihre Musik einem breiteren Publikum präsentieren konnten. Der Boulevard wurde gesperrt, damit die Vereine auch ihre Evolutionen – Formwechsel und Figuren während des Spiels – vorführen konnten.

Ein belebtes Zentrum

Auf den ersten Blick stach ins Auge, wie belebt der ansonsten oft recht verwaiste Boulevard an diesem Samstagnachmittag war. Keine Autos, die Stossstange an Stossstange in Richtung Konstanz krochen, statt dessen Kinder, die auf der Strasse spielten, und Senioren, die es sich auf ihren Stühlen in der ersten Reihe bequem gemacht hatten, um nichts von dem Spektakel zu verpassen. Auch Heinz Wesalofski aus Kreuzlingen hat sich mit seiner Frau da hingesetzt, wo normalerweise Autos parken. «Endlich ist hier mal was los», sagt er. Dass es sich beim ansonsten lebhaften Verkehr auf dem Boulevard hauptsächlich um Durchgangsverkehr handelt, scheint für ihn klar. «Wir fahren ja auch hier durch nach Konstanz, es ist der kürzeste Weg.»

Es ist tatsächlich auffällig, wie viele Leute sich plötzlich auf dem Boulevard tummeln, wie belebt die Strasse wirkt, wenn die Cafés grössere Flächen bestuhlen und der Verkehr verbannt wird.

Blasmusik zieht Publikum an

Vor allem ist aber die Blasmusik der grosse Magnet, der die Zuschauer anzieht. Ruth Rüegger aus Oberhofen ist mit ihrer Enkelin gekommen, und sie ist begeistert von der Parade. «Marschmusik finde ich wunderschön, die Marching Parade hat mir bereits letztes Jahr sehr gut gefallen, und ich hoffe, dass es sie weiterhin geben wird.» Dass auch Besucher von auswärts angelockt werden, beweist Regula Bollinger. Sie ist aus Winterthur gekommen. «Selbstverständlich wegen der Musik», sagt sie. «Ich kenne jemanden, der heute mit seinem Verein auftritt.»

Der vom guten Wetter begünstige starke Besucheraufmarsch und die durchwegs positiven Voten sprechen denn auch ein klares Fazit: Es ist möglich, den Boulevard zu beleben.




Leser-Kommentare:
3 Beiträge

Kommentare lesen

panmark58 (13. Juni 2012, 12:33)
Wann endlich...

realisiert es der letzte Vertreter des Stadt- und Gemeinderates, dass ein attraktiver Boulevard nur OHNE Autos funktionieren wird. Als Musikant, der an der Parade teilgenommen und nach Abschluss noch gemütlich ein Bier trinken wollte, war es eine Zumutung, nach 16.00h wieder von stinkenden Autos "umfahren" zu werden. Wen wundert's, dass sich alle in Konstanz vergnügen?

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deich (11. Juni 2012, 09:51)
Blasmusik

Auch mit gelegentlicher "Blasmusik" wir sich der Boulevard die Woche über nicht beleben. Es müssen an dieser Meile Institutionen wachsen (neben den vielen Bankhäusern!), die auf Dauer besonders von der einheimischen Bevölkerung, der Stadt und der Agglomeration, "bevölkert" werden. Dazu gehören nun mal die tragenden Stichworte: (möglichst breiter) Kommerz, Gastronomie, Kultur (!), regelmässige Märkte, Stadthaus-Behördenverkehr, usw. - urbanes Leben eben. Und Parkplätze im unmittelbaren Umfeld gehören natürlich ebenso dazu (teilweise bereits vorhanden). Belebende kreative Zukunftsideen sind nach wie vor an erster Stelle gefragt! Gelegentliche Veranstaltungen sind hübsch, doch gibt es diese überall. Das Originäre ist nun mal ein permanent belebtes, eigentliches Stadtleben im Zentrum. Das muss die Zielprojektion sein.

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miggsauter (11. Juni 2012, 09:36)
Vereine erweckten Boulevard

Musizierendende Vereine hauchten dem umstrittenen Boulevard Leben ein. Mit ihren Darbietungen zogen sie Alt und Jung an die Stelle die dafür geschaffen wurde.
Auf den Strassenbestuhlungen sah man nur fröhliche Gesichter. Kaum aber waren die letzte Musiker in Gespräche verwickelt oder sassen gemütlich bei einem Glas Trinken, war die Strasse wieder für den Verkehr geöffnet. Autos und andere Verkehrsteilnehmer fuhren zentimeternah an besetzten Stühlen vorbei und zwangen so konsumierendende Personen wieder aus dem Boulevard. Eine Gelegenheit, ohne den Verkehr, einen funktionierenden, gemütlichen Boulevard geniessen zu können wurde verpasst. Wenigstens an diesem Sonntag hätte der Durchgansverkehr aus dieser Strasse verbannt werden können.

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