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Tagblatt Online, 17. September 2011 01:09:00

Immer Ärger mit den Radlern

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Schilder und Beschriftungen werden in Güttingen häufig ignoriert. Viele Radler begeben sich gerne auf das Hoheitsgebiet der Fussgänger. (Bild: Reto Martin)

Deutsche Velofahrer, die den Wanderweg am See benutzen, geraten öfters mit Spaziergängern in Konflikt. Die Gemeinde Güttingen will jetzt reagieren und plant eine wirkungsvolle Lösung gegen den Knatsch am Radweg.

martina eggenberger lenz

Man spaziert gemütlich dem See entlang auf romantischem Wege, geniesst den Blick aufs Wasser und die Ruhe der Natur. Plötzlich klingelt es von hinten aggressiv. Ein Velofahrer möchte überholen. Der Spaziergänger muss anhalten und Platz machen. Dabei sollte der Radfahrer gar nicht hier sein. Der Wanderweg am Ufer ist den Spaziergängern vorbehalten. Aber eben: Daran halten sich längst nicht alle.

«Mir hat schon mal einer den Stinkefinger gezeigt hat, als ich ihn auf das Fahrverbot aufmerksam gemacht habe», sagt Güttingens Gemeindeammann Eugen Staub. Auch Schimpfwörter und Beleidigungen kämen den Velofahrern gern über die Lippen. Es gibt Beschwerden von Anwohnern und Spaziergängern – gemäss Staub immer häufiger.

Deutsche wollen tolle Aussicht

Die meisten Fälle registriert der Gemeindeammann auf dem Abschnitt zwischen Kesswil und seiner Gemeinde. Der Radweg verläuft in der Nachbargemeinde dem See entlang. Das würde wohl viele Radfahrer animieren, am Ufer zu bleiben, statt dem offiziellen Veloweg zu folgen – trotz Sperren und Tafeln. In aller Regel handle es sich um deutsche Velotouristen, die wegen der schöneren Aussicht den Uferweg wählten, sagt Staub.

Eine deutsche Velofahrerin bringt es in einem Radreise-Forum auf den Punkt: «Es gibt viele Radfahrer, die den Fussweg am See zum Radweg umfunktionieren. Da reagieren dann die Schweizer etwas unwirsch.»

Rollstuhl soll durchpassen

Der Gemeindeammann will sich nicht länger ärgern, sondern handeln. Er prüft den Einsatz einer wirkungsvollen Lösung, die es Velofahrern verunmöglicht, zu passieren. Die Crux dabei ist, dass man Rollstuhlfahrer auf keinen Fall ausschliessen möchte. Güttingen holt sich deshalb Rat bei Pro Infirmis. Fest steht: Die gängigen Sperren mit den zwei versetzten Metallrahmen genügen den Güttingern nicht.

Andere sehen kein Problem

Anders wird die Lage in Altnau eingeschätzt. Gemeindeammann Beat Pretali glaubt nicht, dass die Radfahrer am Uferweg dort ein grosses Problem sind. «Ich habe auch schon Velofahrer angehalten und angesprochen. Das sind aber Einzelfälle.» Ähnlich schätzt René Walther, Gemeindeammann in Münsterlingen, die Lage ein. «Wir hatten das Problem früher auch. Seit wir so viele Schikanen haben, sind es nur noch Einzelne, die trotzdem den Uferweg benutzen.»




Leser-Kommentare:
1 Beitrag

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deich (17. September 2011, 09:36)
Vernunft

Wir lesen aus Güttingen: "Immer Ärger, deutsch (!), aggressiv, Stinkefinger", usw. Altnau wie Münsterlingen, sehen in diesem "Problemkomplex" dagegen wenig Problembehaftetes. Es ist also wiedermal eine Sache der Vernunft und Objektivität. Diese scheint den Güttingern abhanden gekommen zu sein. Gibt es sonst noch was?

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