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Tagblatt Online, 01. Mai 2012 01:09:00

Geburt auf dem Rugby-Feld

KONSTANZ. Eigentlich hätte der kleine Maximilian noch zwei Monate im Bauch seiner Mutter bleiben sollen. Deshalb denkt sich Hermine Dicu aus Schramberg nichts, als sie ihren Mann zum Rugby-Spiel nach Konstanz begleitet.

Dann pfeift der Schiedsrichter die zweite Halbzeit an. Am Spielfeld-Rand krümmt sich Hermine Dicu vor Schmerzen. Einige aus dem Team sehen das und machen ihren Mann, den Trainer Florian Radu Dicu, darauf aufmerksam. Dicu möchte seine Frau zum Vereinsheim bringen. «Sie kam aber keine drei Schritte weit, dann ging nichts mehr», sagt er. Er hat keine Ahnung, was zu tun ist. Drei Frauen aus Konstanz unterstützen spontan die Schwangere.

Dann platzt die Fruchtblase. Die Frauen rufen den Rettungsdienst an. Dem angehenden Vater kommt jede Minute wie eine Ewigkeit vor. Die Frauen rufen ein zweites Mal bei der Rettungsleitstelle an. Der Mitarbeiter habe pampig reagiert und gemeint, der Rettungswagen sei unterwegs.

Knapp eine halbe Stunde nach dem Anruf trifft die Notärztin ein. Die Rettungskräfte schieben Hermine Dicu auf eine Trage und verfrachten sie in den Rettungswagen. Drei Minuten später ist der kleine Maximilian schon da. «Ich habe in meinem Leben noch nie so geheult», erzählt der Vater. Das Baby wiegt nur 1370 Gramm und wird sofort ins Klinikum Konstanz gebracht.

Mutter und Kind geht es mittlerweile gut. Maximilian ist fünf Tage nach der Geburt 41,5 Zentimeter gross und muss noch künstlich beatmet werden, bis er selbstständig Luft holen kann. «Es war verdammt knapp», sagt der überglückliche Vater. (red.)





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