Tagblatt Online, 08. September 2012 09:20:00
Diese Vierbeiner folgen aufs Wort
WÄLDI. In Wäldi findet dieses Wochenende die Schweizer Meisterschaft der Hütehunde statt. Die Hunde müssen Schafe durch einen speziellen Parcours leiten.
SEVERIN SCHWENDENER
Wer ein Schaf ist, hat an diesem Wochenende in Wäldi kein Schwein, denn die Hunde sind los. Und weil die Hunde Schweizer Meister werden wollen, müssen die Schafe einen Parcours absolvieren. Was sonderbar klingt, ist grob formuliert der Ablauf der Schweizer Meisterschaft der Hütehunde, die zwischen Freitag und Sonntag in Wäldi stattfindet. Dabei geht es im Prinzip darum, dass eine Gruppe von Schafen möglichst genau und in einer vorbestimmten Zeit durch einen Parcours geleitet wird, ohne dass sich der Hundeführer von seinem Platz an der Stirnseite der Wiese entfernt. Nur über seine Pfeife und über Rufe darf er den Hund anweisen, der die Schafe treibt. Die Schafe sollen dabei möglichst gerade Linien laufen, um einzelne Hindernisse herum und zwischen anderen hindurchlaufen und am Ende beim Hundehalter oder der Hundehalterin ankommen. Dort geht es dann darum, zwei markierte Schafe aus der Gruppe herauszulösen – ohne eines davon zu berühren.
«Das ist ziemlich anspruchsvoll», sagt Thomas Germann aus dem OK der Schweizer Meisterschaft. «Wer hier mitmachen will, muss mit seinem Hund sehr oft trainieren – am besten jeden Tag.» Denn die zur Wahrung absoluter Unabhängigkeit aus Deutschland stammende Schiedsrichterin ist knallhart: läuft der Hund nicht direkt von hinten an und gehen die Schafe deswegen etwas zur Seite, gibt es Abzug. Schnappt der Hund nach einem Schaf, ist er sofort disqualifiziert. Und auch die knapp bemessene Zeit erweist sich als Hürde.
Während des ganzen Wochenendes herrscht auf dem Gelände Festbetrieb. Zudem können die Gäste bei einem Wildschweinerennen mitwetten.
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