Tagblatt Online, 15. Juni 2012 01:04:00
Christian Forster: «Ich nehme die Wahl für Kreuzlingen an»
Der «Präsi» übernimmt: Gemeinderatspräsident Christian Forster mit geschenktem Käppi und sein Vize Alfredo Sanfilippo. (Bild: pd)
KREUZLINGEN. Erst im zweiten Wahlgang wird Christian Forster zum Gemeinderatspräsidenten gewählt. 22 Parlamentsmitglieder verweigerten ihm zuvor die Stimme.
URS BRÜSCHWEILER
«Bi scho chli enttüscht», waren die ersten Worte von Christian Forster, als er auf dem Stuhl des höchsten Kreuzlingers Platz genommen hatte. Seine Wahl zum Gemeinderatspräsidenten war zum Ränkespiel geraten. Das nicht alle der 40 Parlamentarier den bisherigen Vizepräsidenten auch auf den Chefsessel hieven wollten, war im Vorfeld zu erahnen. Sein Misstrauen offen ausgesprochen hatte jedoch niemand; nicht vor, während oder nach der Wahl. Genau das war es denn auch, was Christian Forster aufgewühlt hatte. «Es hat mir keiner in die Augen geschaut und gesagt, was du macht, dass passt mir nicht.»
Kein Gegenkandidat aufgestellt
Doch der Reihe nach: Nachdem sich Ruedi Herzog (SP) dankend von seinem Amt als Gemeinderatspräsident verabschiedet hatte, stieg die Spannung, als das Resultat des ersten Wahlgangs für seinen Nachfolger bekanntgegeben wurde. Forster war einziger Kandidat. Anstatt der nötigen 19 Stimmen für das absolute Mehr erhielt er aber nur 17. Ebenso wie Fraktionskollegin Anna Rink.
Dann wurde die Sitzung unterbrochen. Die Fraktionspräsidenten besprachen sich. Anna Rink erklärte, dass sie nicht zur Verfügung stehe. Daniel Moos, Fraktionspräsident von Freier Liste und Rägebogä (Forsters eigener Einzelliste) erklärte, dass dies auch niemand anders von ihnen täte. «Christian Forster ist ein Original, das wusste man schon vor einem Jahr», so Moos. Bei der Wahl ins Vizepräsidium erhielt Forster damals 30 von 38 Stimmen. Der Vize rückt normalerweise ins Präsidentenamt auf.
Die SVP als Drahtzieherin
Bei Christian Forster wollten das offensichtlich viele verhindern. Im zweiten Wahlgang, wo das einfache Mehr ausreichte, stimmten dann 23 Gemeinderäte für Forster, aber immer noch deren 9 für Daniel Moos.
Forster bat um Bedenkzeit und erklärte dann: «Ich nehme die Wahl für Kreuzlingen an.» Er erhielt grossen Applaus. Da die Wahl geheim stattfand, ist nicht ganz klar, wer Forster verhindern wollte. Es scheint aber so, dass die Drahtzieher in der SVP zu suchen sind. Sie war auch die einzige Partei, die Forster nicht gratulierte. Aber auch aus den Reihen der SP hätten einige Forster nicht gewählt, wurde gemutmasst.
Berneggstrasse zurückgewiesen
Nichtsdestotrotz übernahm Christian Forster das Präsidium und zeigte sich versöhnlich. Unter seiner Leitung wurde Alfredo Sanfilippo (CVP) problemlos zum neuen Vizepräsidenten gewählt. Anschliessend wies der Gemeinderat den Kredit von 300 000 Franken für die Verlegung der Berneggstrasse zurück an den Stadtrat.
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Kommentare lesen
unbekannt (19. Juni 2012, 15:47)
Wie immer
vom Deich - än totale S....
Beitrag kommentierenUnternehmer (15. Juni 2012, 09:48)
Chrisian Foster ist der Beste...
Also, was heisst hier „seltsame Plaudereien“. Ich gratuliere Christan Forster zu seiner Wahl! Er ist einer von uns Kreuzlingern und kennt die vielen Dinge wie sich wirklich sind. Eine ausgzeichnet Person für uns Kreuzlinger, im Stadtrat würde er viel bewegen und unsere Stadt würde schon lange nach aussen glänzen! Christian Forster for Präsident.
Beitrag kommentierendeich (15. Juni 2012, 09:26)
Erfolg
Durch seine seltsamen "Plaudereien" muss er sich nicht wundern, wenn es nicht gleich geklappt hat. In "Beizen" mag er da mehr Erfolg haben!
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