Tagblatt Online, 25. Juli 2012 01:36:00
Anstrich im Stil der 50er-Jahre
Im Stil der 1950er-Jahre: Das Polizeigebäude mit dem Mosaik von Josef Emil Mehr. (Bild: Bilder: Nana do Carmo)
KREUZLINGEN. Das Polizeigebäude in Kreuzlingen ist von aussen nicht wiederzuerkennen. Auch im Innern hat sich viel verändert. Das Bezirksgebäude gleich daneben ist erst innen saniert worden. Ein Rundgang mit Kantonsbaumeister Markus Friedli.
NICOLE D'ORAZIO
Dass sie zusammengehören, denkt man nicht auf den ersten Blick: Das Bezirksgebäude an der Hauptstrasse 5 sieht von aussen nicht mehr so frisch aus, das Polizeigebäude daneben hingegen schon. «Die Aussensanierung hat einen grossen Teil der Arbeiten ausgemacht», sagt Markus Friedli, Kantonsbaumeister, nicht ohne Stolz. «Die Fassade des Polizeigebäudes wurde neu gestrichen.» Dabei habe man die Koloristik dem Stil der 1950er-Jahre nachempfunden. Auch das Mosaik von Josef Emil Mehr aus dem Jahre 1958 sieht wieder aus wie neu. Die Fassade des Bezirksgebäudes werde man zu einem späteren Zeitpunkt auffrischen, sagte Friedli.
Mehr Platz nötig
Die Umbauarbeiten am Polizei- und Bezirksgebäude wurden wegen der Neuorganisation der Bezirke und der eidgenössischen Prozessgesetze per 1. Januar 2011 nötig. Für die Kantonspolizei sowie die neu geschaffene Staatsanwaltschaft Kreuzlingen sei ein erhöhter Raumbedarf entstanden, sagte Friedli. Das Bezirksgericht wurde deshalb verlegt. Die Arbeiten erfolgten ab September 2011 in mehreren Etappen. Die letzte wurde vor einem Monat abgeschlossen. Die Gesamtkosten für den Kanton belaufen sich auf rund 1,8 Millionen Franken.
Das Polizeigebäude hat sich auch innerlich verändert. «Es gab viel zu tun. 30 Jahre lang hatte man nichts erneuert», erzählt Friedli an einem Rundgang für die Medien. «Die EDV, das Elektrische sowie die sanitären Anlagen wurden alle erneuert», erläuterte Urs Fankhauser, der Projektleiter des kantonalen Hochbauamtes. Bei der ganzen Sanierung habe man einen klassischen Stil gewählt. Die zwei Wohnungen im ersten Stock haben Büros weichen müssen. Besonders sind die zwei Vernehmungs-Räume, die mit einer verspiegelten Scheibe getrennt werden. «Wie man es auf den Filmen kennt», meinte der Kantonsbaumeister. Zum Polizeigebäude gehören auch neun Gefängniszellen mit elf Plätzen.
Überbleibsel aus Bankenzeit
Durch einen unterirdischen Gang sind das Polizei- und das Bezirksgebäude miteinander verbunden. Im Keller des letzteren befinden sich Tresorräume aus der Zeit, als die Thurgauer Kantonalbank Besitzer war. Heute lagern hier alte Akten und keine Geldscheine mehr. «Im Erdgeschoss haben wir die Schalterhalle neu gestaltet», erzählte Friedli. «Nur sanft saniert wurde das ehemalige Direktor- und Vizedirektor-Büro.» Ein alter Tresorschrank wurde als Zeitzeuge belassen, wie er sei. Dieser sei ein besonderes Schmuckstück.
In den Obergeschossen findet nun die Staatsanwaltschaft Platz. «Und im ehemaligen Gerichtssaal kann man heute Kaffee trinken oder Sitzungen abhalten.»
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