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Tagblatt Online, 05. Oktober 2010 01:02:33

Bürgergemeinde geht neue Wege

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Geht die Zukunft aktiv an: Vorstand der Bürgergemeinde Tägerwilen. (Bild: Bild: pd)

Die Bürgergemeinde Tägerwilen will in den Bau eines Wohnhauses investieren. Das Projekt «Wohnen in der zweiten Lebenshälfte» könnte bis Mitte 2012 realisiert werden.

urs brüschweiler

tägerwilen. Im Normalfall kümmert sich die Bürgergemeinde Tägerwilen hauptsächlich um die Bewirtschaftung und Pflege des eigenen Bürgerwaldes. Da der daraus resultierende Ertrag aber nicht immer den Aufwand deckt und man finanziell stark von der Beitragspolitik des Kantons abhängig ist, möchte der Verwaltungsrat ein zweites Standbein aufbauen. Dies mit dem Ziel, die Unabhängigkeit mittel- und langfristig zu sichern.

Nach dem Willen des Verwaltungsrates der Bürgergemeinde soll dieses zweite Standbein im Projekt «Wohnen in der zweiten Lebenshälfte» bestehen. «Das wäre das grösste Projekt in der Geschichte der Bürgergemeinde», sagt Kassierin Karin König.

Der Gemeinderat der Politischen Gemeinde Tägerwilen hatte nach einer Bedürfnisabklärung dieses Bauprojekt an der Bahnhofsstrasse, vis-à-vis der Post, 2008 initiiert und durch das Kreuzlinger Architekturbüro AIR.Architekten Imhof+Roth erarbeitet lassen.

Sechs 31/2- und drei 21/2-Zimmer-Wohnungen sind im dreigeschossigen Gebäude vorgesehen.

Alle Wohnungen können bequem mit dem Lift erreicht werden und haben ein behindertengerechtes Bad, womit auch Wohnen im Alter möglich ist.

Idee der Politischen Gemeinde

«Dass die Gemeinde dass Projekt nicht selber realisiert, ist von Anfang an klar gewesen», sagt Gemeindeschreiber Alessio Beneduce. Auf der Suche nach Investoren sei dann die Bürgergemeinde ins Spiel gekommen.

Der Verwaltungsrat der Bürgergemeinde schlägt seiner Gemeindeversammlung vom 8. November nun vor, das Projekt zu übernehmen und zu realisieren. 3,8 Millionen Franken beträgt der Kreditantrag an die Ortsbürger, inklusive des Kaufes der entsprechenden Parzelle von der politischen Gemeinde. Nach der Realisierung soll das Objekt dann eine gute Nettorendite auf das Eigenkapital abwerfen.

Zur Finanzierung sollen dafür drei Baulandparzellen im Eigentum der Bürgergemeinde in der Bächenwiese veräussert werden. Gemäss einem Vertrag aus dem Jahr 2000 sei man sowieso verpflichtet, bis 2012 einen Teil der damals eingezonten Fläche zur Überbauung freizugeben.

Zusätzlicher Archivraum

Einen Teil des Neubaus will die Bürgergemeinde aber auch selber nutzen. In einem Archivraum sollen alte und wertvolle Dokumente vor Beschädigung oder gar Vernichtung geschützt werden. Bisher waren diese in der «Alten Mühle» beheimatet.

Die Zusatzkosten für den feuersicheren Archivraum werden separat beantragt und belaufen sich auf 120 000 Franken.

Info-Anlass am Mittwoch

Wenn die Bürgerversammlung Ja sagt, sieht der Zeitplan vor, dass der Spatenstich im Frühling 2011 erfolgt und die Wohnungen im Sommer 2012 bezugsbereit sind. Die Baubewilligung ist bereits erteilt worden. Morgen Mittwoch findet um 18 Uhr ein Informationsanlass statt. In der Sägestube orientierten neben dem Verwaltungsrat der Bürgergemeinde auch Franziska Wirz von der Immokanzlei und Architekt Bernard Roth über das Projekt.





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