Spiel, Satz, Sieg

KREUZLINGEN ⋅ Die Tennishalle am See AG darf ihr Projekt im Seezelg vorantreiben. Der Gemeinderat hat dem neuen Baurechtsvertrag wie auch der Vertragsverlängerung und der Umnutzung der bestehenden Halle zugestimmt.
07. Oktober 2017, 14:43
Nicole D’Orazio

Nicole D’Orazio

nicole.dorazio

@thurgauerzeitung.ch

Eine neue Tennis- und Badmintonhalle im Seezelg findet der ganze Gemeinderat gut. Dem neuen Baurechtsvertrag mit der Tennishalle am See AG hat die Legislative in der Sitzung am Donnerstag einstimmig zugestimmt. In den Fraktionsmeinungen wurde immer wieder dem einen Investor Bernhard Hochstrasser für sein jahrelanges Engagement für das Tennis in Kreuzlingen gedankt.

Umstrittener war der zweite Teil der Botschaft: die Verlängerung des Baurechtsvertrags für die bestehende Halle bis 2030 sowie eine Nutzungsänderung. Die Halle soll einem öffentlichen Zweck zugeführt werden. Die Bodensee-Arena AG würde die Halle von der Tennishalle am See AG mieten und umnutzen. Angedacht sind ein Foyer, eine Mensa und einen Trainingsplatz für die SBW-Schüler sowie ein Kinderparadies. «Hier bestehen viele Ungewissheiten, auch wegen der ­Verhandlungen mit dem Schweizer Fernsehen», sagte Anna Rink für die Fraktion Freie Liste/Rägeboge. «Wenn die Stadt allerdings von ihrem Mitspracherecht Gebrauch macht, werden wir zustimmen.» Man solle zuerst die offenen Fragen klären, ehe sich die Stadt mit der Vertragsverlängerung selber einschränkt, meinte Ramona Zülle (CVP). «Man wartet doch besser die anstehende Analyse der Bodensee-Arena-Struktur ab. Sonst verbaut man sich gute Synergienmöglichkeiten.» Sie stellte einen Rückweisungsantrag betreffend des Vertrages für die bestehende Halle.

Mieteinnahmen werden für das neue Projekt benötigt

Die meisten Gemeinderatsmitglieder zeigten dafür wenig Verständnis. «Eine Tennishalle zu betreiben, ist kein rosiges Geschäft», sagte Beat Rüedi (FDP). «Die Mieteinnahmen für die bestehende Halle sind bestimmt für das neue Projekt wichtig. Es wäre gefährlich, den Antrag anzunehmen. Wir kennen die Auswirkungen nicht.» Ruedi Herzog (SP) sah es ähnlich: Bei der Umnutzung gebe es zwar bestimmte Unsicherheiten. Man solle jetzt aber nicht noch mehr davon schaffen, wenn man sie zurückweise. Das würde alles verkomplizieren. «Ohne Teil B gibt es kein A», meinte Christian Brändli (FDP) knapp. «Ich habe für alles Verständnis», fand Thomas Dufner (CVP). «Müssen wir den Vertrag wirklich verlängern, damit die Bodensee-Arena ihre Investitionskosten abschreiben kann?» Die Rückweisung wurde mit 26 Nein- zu 8 Ja-Stimmen bei 2 Enthaltungen abgelehnt. Der Verlängerung des Baurechtsvertrags und der Umnutzung stimmten schliesslich 32 Gemeinderäte zu. Einer war dagegen, drei enthielten sich.


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