So kommt Holz in Form

GÜTTINGEN ⋅ Am Tag des Schweizer Holzes gab die Sägerei Rutishauser spannende Einblicke in ihren Betrieb.
19. September 2017, 05:17

Der Duft nach frischem Holz lag in der Luft. Maschinen stampften und Sägen kreischten: Anlässlich der Tage des Schweizer Holzes luden landesweit 178 Betriebe und 22 Organisationen zu Besichtigungen ein. Dies im Namen von Woodvetia, einer Kampagne des Bundesamtes für Umwelt. In Güttingen öffnete die Sägerei Rutishauser ihre Türen. Ausgerüstet mit Ohrschützern standen die Besucher für den Rundgang bereit. Inhaber Jürg Rutishauser begrüsste die Anwesenden. «Wir zeigen, was für ein wertvoller Rohstoff direkt vor der Haustüre wächst.»

Der Werkstoff wächst 150 bis 300 Jahre heran

Das Holz für die Sägi in Güttingen kommt in der Regel aus einem Umkreis von 15 bis 20 Kilometern. Der Baum durchläuft verschiedene Verarbeitungsprozesse. Je nach Art wächst der regionale Rohstoff zwischen 150 bis 300 Jahre heran. «Ein nachhaltiger Kreislauf, der mehrere Generationen umschliesst», meinte der Holzfachmann. Beim Rundgang gab es allerlei zu entdecken und zu erfahren. Von der Entrindungsanlage über die Vollgatter und Bandsäge bis hin zum Schallholz: Wie sich der Stamm Schritt um Schritt zum Produkt wandelt, faszinierte auch die kleinen Gäste. Viele bewunderten eine historische Horizontalgattersäge. Entdeckt haben die rund 100 Jahre alte Maschine die heutigen Besitzer – Martin Obrist und Jörg Schweizer aus Tägerwilen – in einem alten Schopf. Das 4,5 Tonnen schwere Gerät hatten sie Stück für Stück hierher transportiert. «So eine Säge stand einst auch in unserer Sägerei», meinte Jürg Rutishauser. Die Tage des Schweizer Holzes sollen das Naturprodukt der Öffentlichkeit näherbringen. «In dieser Stunde ist alles Holz nachgewachsen, das wir hier vorrätig haben.»

 

Hana Mauder Wick

kreuzlingen@thurgauerzeitung.ch


Leserkommentare

Anzeige: