«Sie bereichern die Stadt»

KREUZLINGEN ⋅ Bunt und fröhlich war das Besmerhuusfest. Am Samstag feierten Bewohner und Gäste bei schönem Herbstwetter das 20-Jahr-Jubiläum. Dazu gab es Festreden, Unterhaltung und einen Markt.
18. September 2017, 07:48
Manuela Olgiati

Manuela Olgiati

kreuzlingen@thurgauerzeitung.ch

Auf das Besmerhuusfest, das gleichzeitig die Feier zum 20-Jahr-Jubiläum des Heims beinhaltete, hatten sich Bewohner und Mitarbeiter lange gefreut. Vereinspräsident Christian Winterhalter lobte die engagierte ­Arbeit aus der Gründerzeit: Vorstandsmitglied Mario Monego und Gründungspräsident Dominik Hasler hatten viel Vorarbeit geleistet. Das Besmerhuus habe sich stark weiterentwickelt. Die Finanzen seien im Lot. Die Geschichte des Besmerhuus reicht zurück ins Jahr 1981. Nachdem die Heilpädagogische Schule in Kreuzlingen aufgehoben war, wurde der Verein «Sozialtherapeutische Werkstätten» gegründet. 1997 fusionierte dieser Verein mit dem Verein «Heim zur Bütte» aus Sitterdorf zum Besmerhuus. Der Verein bietet Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung individuelle Wohn- und Beschäftigungsangebote.

Die innere Grösse zählt

Florentina Wohnlich, die Leiterin des kantonalen Sozialamtes, überbrachte Grussworte. An der Platzzahl gerechnet, sei das Besmerhuus mit 32 Bewohnern eine kleine Einrichtung. Die Rednerin sprach von der inneren Grösse und der Aufbauarbeit, die viel Geduld erforderte. Die Herausforderung liege in der Angebotsplanung und der Qualitätssicherung. Bewohner Primo Mazzola holte am Rednerpult seine Notizen hervor und hiess die Gäste in seiner eigenen Sprache herzlich willkommen. Nationalrat Christian Lohr wünschte dem Besmerhuus Kraft und Ausdauer für die kommenden Jahre. Das Besmerhuus sei das bekannteste Haus in Kreuzlingen. Seine Bewohner ­bereichern die Stadt, die Gesellschaft, den Kanton. Lohr äusserte sich kritisch zur Behindertenrechtskonvention. Er sprach von der Gleichwertigkeit der ­Menschen. Es gelte das Selbstbewusstsein der Bewohner zu stärken. Lob gab es für die engagierte Arbeit von Heimleiter Markus Bruggmann und seinem Team. Stadträtin Barbara Kern überbrachte die Grüsse des Stadtrates mit einem Strauss Sonnenblumen. Sie sprach von kreativen Menschen, deren Fähigkeiten es zu fördern gelte.

Bewohner fühlen sich wohl hier

Verena Hugentobler hielt Rückschau auf bewegende Jahre ihres Bruders, Robert Frei, eines der Bewohner. Mit dem Umzug ins Besmerhuus fühle er sich wohl. Er werde unterstützt wo nötig, und habe es gerne lustig. Auch wenn er krank sei, gehe er immer arbeiten.

Während des ganzen Tages wurden an den Marktständen Produkte aus Garten, Küche und Werkstätten angeboten, und in der Festwirtschaft warteten ­kulinarische Köstlichkeiten auf die Besucher. Die Jugendmusik unter der Leitung von René Messmer umrahmte den Anlass, und am Nachmittag unterhielt die Band Doubleneck.


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