Schmuckstück in neuen Händen

BOTTIGHOFEN ⋅ Nach 35 Jahren als Wirt will es Matthias Britt ruhiger angehen. Das Restaurant Bären hat er verkauft, am 14. Januar 2018 ist sein letzter Öffnungstag. Die neuen Besitzer wollen weiter ein Lokal betreiben.
21. November 2017, 18:20
Kurt Peter
«Ich wollte nicht bis 70 hinter dem Herd stehen», begründet Matthias Britt den Verkauf des «Bären». Er habe deshalb nach interessierten Käufern gesucht und mit der BS Architektur AG in Heiden auch gefunden. Allerdings unter der Bedingung, das Jahr 2017 als Wirt beenden zu können. Der Kauf sei Ende Oktober über die Bühne gegangen. «Ich werde am 14. Januar 2018 das Restaurant zum letzten Mal öffnen.» Eine grosse Austrinkete will er nicht veranstalten. Es soll ein gemütlicher, ruhiger Abschied werden. «Ich gehe mit einem guten Gefühl», blickt er auf die 16 Jahre in Bottighofen ­zurück.
 

Aus einer Dorfbeiz wurde ein Speiserestaurant

2001 hat er den «Bären» erworben. Zuvor war Britt im Kreuzlinger «Zapfenzieher» und dem «Hafenrestaurant». Als letzteres einem Neubau weichen musste, suchte er nach einer Alternative und fand sie in Bottighofen. «Aus einer Dorfbeiz ein Speiserestaurant zu machen», war die Devise, dazu seien Sanierungen und ­Umbauten notwendig gewesen. «Das heisst Spannteppiche raus, neue Fenster rein.» Es habe schon einen langen Atem gebraucht. «Doch wir haben uns schliesslich gut behauptet.» Dabei habe es auch viele turbulente Zeiten gegeben, vor allem der ­sogenannte Frankenschock sei nicht einfach zu überwinden gewesen. «Deutsche Gäste kamen nicht mehr und die Einheimischen zog es nach Konstanz, es gab einen Umsatzeinbruch.» Die Situation habe sich in den vergangenen Monaten allerdings deutlich verbessert, der schwache Franken führe gar zu einer Trendwende, stellt er fest. Was er in Zukunft macht, weiss er noch nicht. «Definitiv ist gar nichts», erklärt er. Was immer auch komme, er wolle es ruhiger angehen. 
 

Neuer Besitzer sucht nun einen Pächter

Der «Bären» soll ein charmantes Restaurant an bester Lage bleiben, erklärt der neue Besitzer Beat Steiger. Die Suche nach einem geeigneten Pächter habe Priorität, erklärt er. Klar sei, dass die Wirtestube die gemütliche ­Atmosphäre behalten solle, von Fast Food will Steiger nichts wissen. Ein neuer Pächter soll so bald wie möglich das Restaurant übernehmen. Sanieren will er hingegen die obere Etage des Restaurants. Hier befinden sich derzeit langfristig vermietete Zimmer, das Büro und ein kleiner Saal. Je nach Wunsch künftiger Pächter könne auch eine Wohnung eingebaut werden, meint Beat Steiger. In dieser Sache sei noch nichts entschieden. Auch nicht beim möglichen Umbau der angebauten Scheune. «In Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege und einem spezialisierten Architekten wollen wir ein Projekt erarbeiten.» Wenn der «Bären» bleibt, was er ist, dann erfüllt Steiger auch den Wunsch des Gemeindepräsidenten Urs Siegfried: «Aus unserer Sicht wollen wir eine gut gehende, charmante Dorfbeiz im denkmalgeschützten Haus behalten.»

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