Nah dran am Gewerbe

KREUZLINGEN ⋅ Wenn man Stadtpräsident werden will, ist es ein Vorteil, die Wirtschaft auf seiner Seite zu haben. Diesen Trumpf für den Wahlkampf hat sich offenbar Thomas Niederberger ergattert.
06. Oktober 2017, 07:09
Urs Brüschweiler

Urs Brüschweiler

urs.brueschweiler

@thurgauerzeitung.ch

Für die Vorstände ist die Sache bereits klar. Die Vorsitzenden von Gewerbe Kreuzlingen und vom Arbeitgeberverband Kreuzlingen und Umgebung hatten die Kandidaten fürs Stadtpräsidium zum Hearing geladen und anschliessend entschieden, Stadtschreiber Thomas Niederberger zu unterstützen (unsere Zeitung berichtete). Gestern nun lud Gewerbepräsident Andreas Haueter den­elben für eine Präsentation zum regelmässigen «Gewerbe-Lunch» ins Restaurant Fischerhaus. «Wir haben uns erlaubt, ihm diese Plattform zu bieten.» Die Basis sollte auch die Gelegenheit erhalten, sich zu dieser Unterstützung zu äussern (siehe Kasten) und sich selber ein Bild des Kandidaten zu machen. Das Interesse war gross, rund 70 Gewerbler waren erschienen und hörten sich interessiert Niederbergers kurze Ausführungen zu seiner Person und seinen Ideen an. «Es freut mich, dass mich der Vorstand unterstützt, und ich hoffe nun darauf, dass mich auch die Mitglieder auf dem Weg unterstützen», sagte er abschliessend.

Keine Kritik an der Vorauswahl

Obwohl es in den Reihen des Gewerbeverbandes auch Unterstützer von FDP-Kandidat Alexander Salzmann gibt und einzelne auch anwesend waren, wurde keine Kritik an der Vorauswahl des Gewerbevorstandes geäussert. Einige Mitglieder nutzten aber die Möglichkeit, Fragen an Thomas Niederberger zu richten. Enzo Schrembs wollte wissen, ob er die «eher passive Kreuzlinger Wirtschaftsförderung» aktivieren wolle. Das sei unbedingt die Aufgabe des Stadtpräsidenten, fand der parteilose Kandidat. Er sprach die Problematik des knappen Baulands für Industrie und Gewerbe an. Im Zuge der aktuellen Ortsplanungsrevision könne man diesbezüglich vielleicht etwas machen. Oliver Fahrion hakte nach und wollte konkrete Orte für Firmenansiedlungen hören. Niederberger erwähnte das Entwicklungsgebiet bei der Autobahnausfahrt Süd, welches vom Kanton aber nicht bewilligt worden war. Man müsse eher versuchen, bestehende Gebiete zu erhalten und zu entwickeln. Marlies Marazzi sprach die Verkehrsprobleme an und wollte wissen, ob Niederberger die städtischen Bemühungen für den Bau der Spange Bätershausen intensivieren wolle. Erste Priorität für den Stadtpräsidentschafts-Kandidaten habe vorerst der innerstädtische Verkehr. Die Spange folge erst mit zweiter Priorität. Sie allein bringe nämlich nicht den gewünschten Erfolg. «Sie muss eingebettet sein in die Oberland­strasse. Dann macht sie Sinn.»

Vincenzo Nocilla ist es ein Anliegen, dass die Detaillisten mehr von den Aktivitäten zur Belebung des Boulevards profitieren können. Mit den zusätzlichen Festen habe die Stadt einen guten Start gemacht, antwortete Niederberger. Jetzt gelte es, diese auszubauen und die Geschäfte am Boulevard und an der Löwenstrasse vermehrt miteinzubeziehen. Zum Abschluss gab es für Niederberger Lob von Gewerbepräsident Andreas Haueter: «Ich glaube, dass er die Exekutive und die Legislative näher zusammenbringen kann, damit die Stadt Kreuzlingen vorwärts kommt.»


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