Kirchen rücken näher zusammen

KREUZLINGEN ⋅ In einem stimmigen Gottesdienst am Sonntag feierten die Kirchen für Kreuzlingen gemeinsam. In seiner Predigt ging Pfarrer und Buchautor Klaus Douglass auf Thesen der Reformation ein.
02. Oktober 2017, 05:18
Manuela Olgiati

Manuela Olgiati

kreuzlingen@thurgauerzeitung.ch

Fast bis auf den letzten Platz war am Sonntag die evangelische ­Kirche besetzt. Zu stimmigen Liedern von Silvio Fantauzzi und seiner Tochter Angela sangen die Kirchbürger mit. «20 Jahre lang war ich Pfarrer, bis ich merkte, dass das Berufsbild des Theologen nicht in der Bibel verankert ist», sagte Klaus Douglass. Mit diesen Worten begann der Theologe und Buchautor aus Frankfurt am Main seine Predigt über Martin Luthers Thesen.

Bereits am Samstag sprach Douglass in einem Seminar über die Freiheit als Expedition. In der Bibel werde von der Gnade gesprochen, einem altmodischen Wort. In der heutigen Welt zeige Luthers geistliche Freiheitsliebe noch heute auf, wie man Geboten mutig auf die Schliche komme. Dazu gelte es, komplizierte Strukturen zu lösen. Die erste Aufgabe sei es, zur reformatorischen Mitte zurückzukehren.

Neue Thesen aus der Gegenwart

Im Chor der Kirche war am Sonntag symbolisch eine Kirchentüre angebracht. Daran wurden acht Thesen mit Nägeln befestigt. Gastprediger Klaus Douglass sprach von der These der Nummer 58, der Liebe und Nächstenliebe, die den Schlüssel für die Diakonie bildeten. Wer von Herz zu Herz mit Gott kommuniziere, sollte ebenso die richtige Form des Betens finden. Die Suche nach den idealen Werten bildete einen andauernden Prozess.

Auf Zetteln notierten die Kirchenbesucher noch weitere, eigene Thesen. «Diese wird man unter den Pfarrpersonen ausdiskutieren», stellte Pfarrer Damian Brot von der evangelischen Kirche in Aussicht. Die Gottesdienstbesucher diskutierten im Anschluss beim Apéro im Kirchgemeindehaus weiter.


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