Hunde stören im Salatfeld

TÄGERWILEN ⋅ Die Gemüsebauern im Tägermoos ärgern sich über freilaufende Hunde, die ihre Felder verschmutzen. Die Gemeinde erliess deshalb eine Anleinepflicht. Doch es gibt Rekurse gegen den Beschluss.
15. September 2017, 07:04
Urs Brüschweiler

Urs Brüschweiler

urs.brueschweiler@thurgauerzeitung.ch

Ein Feld ist kein Hundespielplatz. In dieser Haltung sind sich die sieben Gemüsebauern im Tägermoos einig. Das landwirtschaftlich genutzte Gebiet am Seerhein ist auch für Hündeler ein beliebtes Ziel. Dagegen habe man auch gar nichts, erklärt Gemüsebauer Peter Schächtle. «Wir stören uns nicht an den Hunden, aber an Hundehaltern, die ihre Vierbeiner nicht beaufsichtigen.» Es passe schlicht nicht mehr in die heutige Zeit, dass dort wo sie Lebensmittel produzierten, Hunde ihr Geschäft verrichten. Dieses Verständnis fehle leider bei einigen. Die sowieso geltende Kotaufnahmepflicht werde nicht immer eingehalten. Darum fordert die Gruppe der Gemüsebauern nun eine Anleinepflicht. Sie gelangten damit an die Stadt Konstanz, der das Land gehört. Diese trug den Wunsch an die zuständige Gemeinde Tägerwilen weiter. Der Gemeinderat erliess dann am 15. August, gestützt auf das kantonale Hundegesetz, eine Anleinepflicht für das Gebiet Tägermoos, nördlich der Konstanzer­strasse.

Es gibt einige schwarze Schafe

«Es sind ein paar wenige, die sich nicht an die Verhaltensregeln halten», sagt Isabelle Merk. Sie führt eine Hundeschule und ist oft mit Vierbeinern im Tägermoos unterwegs. Sie verstehe das Anliegen der Gemüsebauern, welche den Zustand nicht mehr dulden wollen. Sie habe selbst schon Dinge erlebt, die sie den Kopf schütteln liessen. «Es ist sehr schade und es freut sich keiner über die ­Leinenpflicht. Wegen einiger schwarzer Schafe fällt nun ein weiteres Gebiet weg, in welchem man die Hunde noch frei laufen lassen konnte.» Wenn sich alle an die Spielregeln halten würden, Spaziergänger, Velofahrer und Hündeler auf einander Rücksicht nähmen, gäbe es keine Probleme.

Der Kanton entscheidet über die Rekurse

Ob die Anleinepflicht überhaupt rechtskräftig wird, ist aber gar noch nicht sicher. Gemäss Gemeindepräsident Markus Thalmann seien fünf Rekurse gegen den Entscheid der Behörde eingegangen. «Darunter sind solche, die komplett dagegen sind. Jemand findet, dass der Leinenzwang auch auf die Südseite der Konstanzerstrasse ausgedehnt werden müsste. Und in einem Schreiben werde auch angeregt, dass die Pflicht im Winter nicht gelten soll.» Der Gemeinderat Tägerwilen wird mit Konstanz die Rekurse diskutieren und eine Stellungnahme erarbeiten. Wie diese ausfallen werde, sei noch offen. Entscheiden werde die Sache dann das kantonale Departement. Für Thalmann ist aber klar: Wenn die Leinenpflicht kommen sollte, werde man sie nur punktuell durch den sowieso patrouillierenden Sicherheitsdienst kontrollieren lassen. «Tägerwilen wird sicher kein Polizeidorf.»


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