Gabe aus heiterem Himmel

ILLIGHAUSEN ⋅ Ein stiller Spender schenkte der Kirchgemeinde einen Taufstein. Am ersten Advent fand die feierliche Enthüllung statt.
05. Dezember 2017, 09:08

Gross ist die Freude bei Pfarrer Timo Garthe und der Vorsteherschaft der Evangelischen Kirchgemeinde Lengwil. In einem feierlichen Gottesdienst wurde der neue Taufstein eingeweiht. Die Lobpreisband sang dazu Lieder.

Aus heiterem Himmel hatte ein Kirchbürger, der ungenannt bleiben möchte, einen hohen Geldbetrag für einen neuen Taufstein gespendet. Der alte Tauftisch sei bei der letzten grossen Kirchenrenovation entfernt worden, war vom Kirchenpräsidenten Holger Stiegler zu erfahren. Daher wurde das Wasser für eine Taufe seither in einen Zinnteller gegossen. Dies war wohl zweckdienlich, aber der feierlichen Handlung nicht würdig, fand ein Mitglied der Kirchgemeinde.

Breit gestützter Entscheidungsprozess

«Mit einem solchen Geschenk hat niemand gerechnet», freute sich der Kirchenpräsident. In einer Projektausschreibung habe man vor einem Jahr Schreiner und Kunstschaffende gebeten, Vorschläge einzureichen. Am Suppentag im März bewerteten die Kirchbürger die Entwürfe. Die Entscheidung, welches der eingereichten Kunstprojekte realisiert wird, fällte eine Wettbewerbskommission. Zum Zug kam Schreiner Michael Schreiber aus Illighausen. Er hatte die Idee, eine Halbkugel aus Messing in ein fein geschliffenes Gerüst aus Eichenholz zu setzen. «Das Astronomische habe ihn schon immer fasziniert», erklärte Schreiber nach dem Gottesdienst. Die integrierte Wasserschale besteht aus Chromstahl und schmiegt sich an das runde Holz und die geraden Linien an. Die zur Kirche passende Form und die Materialwahl überzeugte am Sonntag auch die vielen Gottesdienstbesucher. Der Kirchenpräsident enthüllte mit Kindern das Geschenk. Pfarrer Timo Garthe ging in seiner Predigt auch auf die Bedeutung des Schenkens ein. «Zur richtigen Einweihung fehlt nun noch das Kleinkind, das zur Taufe gebracht wird», merkte er an. Der Taufstein ist versetzbar. Holger Stiegler sprach von einem mobilen «Jordan».

 

Manuela Olgiati

kreuzlingen@thurgauerzeitung.ch


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