Der Vize übernimmt nun offiziell

SALENSTEIN ⋅ Bruno Lorenzato ist neuer Gemeindepräsident. Er hat die Wahl gegen Peter Hausammann für sich entschieden. Die Geschäfte der Einheitsgemeinde leitet er schon seit Juli interimistisch.
27. November 2017, 07:36
Nicole D’Orazio

Nicole D’Orazio

nicole.dorazio

@thurgauerzeitung.ch

Bruno Lorenzato strahlt. Er hat das Rennen um das Gemeindepräsidium von Salenstein gewonnen. Er erhielt 210 Stimmen, der Ermatinger Peter Hausammann 119. Damit übernimmt der Vize-Gemeindepräsident die Führung der Einheitsgemeinde nun offiziell. Denn seit dem sofortigen Rücktritt von Roland Nothhelfer im Juli wegen Streitereien und Intrigen innerhalb der Exekutive leitet er die Geschäfte bereits interimistisch (unsere Zeitung berichtete).

«Ich bin selbstverständlich erleichtert», sagt Lorenzato nach der Bekanntgabe der Resultate im Restaurant Löwen in Mannenbach. Am Samstagabend sei er langsam etwas kribbelig geworden. Denn im Vorfeld sei er nicht so überzeugt von einem Sieg gewesen wegen der ganzen Vorgeschichte, der Streitereien im Gemeinderat im Frühsommer. «Ich dachte mir, dass ein Teil der Einwohner lieber einen Auswärtigen hätte.» Dass die Stimmbürger eine Wahl zwischen ihm und Hausammann hatten, habe er jedoch begrüsst. «Ich habe es auch sehr geschätzt, dass Peter Hausammann von Anfang an total offen kommuniziert hat, dass er das Präsidium nur zwei Jahre bis zum Ende der Legislatur übernehmen würde.» Sie beide hätten bewusst keinen Wahlkampf geführt, sagt der 52-Jährige. Es habe zuvor im Dorf schon genug Aufregung gegeben.

Hausammann freut sich für seinen Kontrahenten

Peter Hausammann ist überhaupt nicht enttäuscht, dass er es nicht geschafft hat. Er wisse nicht, welches Resultat für ihn besser gewesen wäre. «Es ist gut, so wie es ist. Ich habe kandidiert, weil man mich darum gebeten hat.» Es gebe in Salenstein Leute, die einen neuen Präsidenten wollen, der nicht in die Querelen im Gemeinderat involviert war und der über ausreichend Erfahrung verfüge. «Weil beides auf mich zutrifft, habe ich mich für das Amt beworben. Ich war somit auch kein Alibikandidat.» Der 65-Jährige gehörte viele Jahre dem Gemeinderat von Ermatingen an und ist mittlerweile pensioniert. Dass es keinen Wahlkampf gab, war auch in seinem Sinne. «Hier in der Region haben mich auch nur wenige auf meine Kandidatur angesprochen», erzählt Hausammann. «Dafür umso mehr im restlichen Kanton, in Weinfelden oder Frauenfeld. Das hat mich überrascht.»

Mit seinem Resultat sei er sehr zufrieden, betont der Ermatinger. «Es ist gut, dass die Stimmbürger eine Wahl hatten. Die Stellung von Bruno Lorenzato ist somit gestärkt.»

Die Ruhe im Gemeinderat muss sich festigen

Das sieht der neue Gemeindepräsident gleich. Innerhalb der Exekutive hätten sich die Wogen geglättet, man arbeite wieder gut zusammen. «Es ist nun meine Aufgabe, das zu festigen», meint Lorenzato. Er wird das Präsidium in einem Pensum von 30 Stellenprozenten übernehmen. Bisher waren es 50. «So kann ich die neue Aufgabe mit meinem Job als Betriebsleiter Metallbau bei der Ammann AG vereinbaren.» Im Gegenzug will der Gemeinderat die Verwaltung stärken. «Es sieht so aus, als könnten wir das intern lösen. Die Verwaltung arbeitet super.» Die Wahl von Lorenzato macht eine Ersatzwahl eines neuen Gemeinderatmitgliedes nötig. Diese werde man demnächst aufgleisen.


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