Das Wetter ist keine Ausrede

KREUZLINGEN ⋅ Auch wenn es nass und kalt ist, lässt es sich gut trainieren. Uschi Graner bietet im Seeburgpark ein Outdoor-Fitnessprogramm an. Dazu inspiriert hat sie ein Training auf der Brooklyn Bridge.
04. Dezember 2017, 17:39
Nicole D’Orazio
Gut eingepackt und mit einer Stirnlampe ausgerüstet joggt ein Grüppchen abends durch den Seeburgpark in Kreuzlingen und stoppt immer wieder für verschiedene Kraftübungen. «Wir gehen bei jedem Wetter raus. Man muss sich nur entsprechend kleiden», sagt Uschi Graner und lacht. «Auch im Winter und im Dunkeln kann man gut trainieren.» Gegen die Kälte hilft zum Beispiel ein Steigerungslauf die Treppe des Aussichtsturms hinauf.
Die Idee zum Outdoor-Training ist in New York entstanden. Vor einem Jahr weilte Uschi Graner mit ihrer Familie im Big Apple. Sie wollte dabei unbedingt an einem Boot Camp der Deutschen Ariane Hundt auf der Brooklyn Bridge mitmachen. «20 Leute haben teilgenommen. Ich fand es super.» Bei dieser Art von Training laufe man jeweils kurze Distanzen, ehe Kraftübungen gemacht werden. Zum Beispiel Liegestützen an einer Sitzbank oder mit Hilfe eines Gummibandes.
Wieder zu Hause war sie noch immer so begeistert, dass sie diese Art Training auch in Kreuzlingen anbieten wollte. Die 57-Jährige ist seit 28 Jahren Personal Trainer und geht mit ihren Schützlingen gerne nach draussen. Auch immer öfter in Gruppen. Gesagt, getan. Seit Frühling treffen sich zwei Gruppen zum wöchentlichen Joggen oder Walken mit verschiedenen Kraftübungen im Seeburgpark. «Ich nenne das Training See Side Kick. So ein Kick tut jedem gut», sagt Graner und lacht.
 

Jeder läuft sein eigenes Tempo

Das Spannende daran seien die extrem hohe Stoffwechselaktivität der Teilnehmer wie auch ein hoher Nachbrenneffekt. Es müsse aber niemand Angst haben. Jeder könne sein eigenes Tempo laufen. Die Gruppe warte immer, bis alle wieder zusammen seien. «Bei uns kann jeder mitmachen. Auch wenn man erst mit Lauftraining oder Walking anfangen will. Neue sind stets willkommen.» Das Training sei völlig ungezwungen und soll Spass machen. In der Gruppe motiviere man sich zudem gegenseitig.
«Fitness boomt nach wie vor. Allerdings trainieren viele immer lieber im Freien», erzählt die Kreuzlingerin. «Das ist gut, denn draussen braucht man mehr Sauerstoff. Daher wird der Stoffwechsel stärker angekurbelt.» Zudem seien Laufintervalle und Kraftübungen eine ideale Kombination. Im Sommer springt die Trainerin mit den Teilnehmern auch mal in den See für Aquafitness-Übungen. «Es soll schliesslich nicht langweilig werden.»
 

Von der Triathletin zum Personal Trainer

Uschi Graners sportlicher Hintergrund liegt im Triathlon. «Früher habe ich viele Wettkämpfe bestritten, am liebsten Ironmen oder andere Weitstreckenrennen», erzählt die 57-jährige Kreuzlingerin. Sie habe zum Beispiel als eine der ersten Frauen am Trans Swiss Triathlon teilgenommen. Dieser führte von Tenero über den Gotthard bis zum Rheinfall. «Das war ein Abenteuer.» In Schaffhausen betrieb sie später ein Aerobicstudio, ehe sie sich entschloss, ihre Kunden lieber individuell zu betreuen.

Weitere Infos: www.graner.co

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