Betreuung für Schulkinder

BOTTIGHOFEN ⋅ Im Rahmen von familienergänzenden Massnahmen soll ein Kinderhort die Eltern entlasten. Gemeinderat Patrik Hugelshofer möchte das Projekt für vorerst drei Jahre ins Leben rufen.
21. November 2017, 07:26
Nicole D’Orazio

Nicole D’Orazio

nicole.dorazio

@thurgauerzeitung.ch

Vor der Schule, über Mittag oder nach dem Unterricht zusammen mit anderen in den Kinderhort, wenn die Eltern arbeiten. Die Möglichkeiten der Kinderbetreuung in Bottighofen sollen auf das neue Jahr hin ausgeweitet werden. «Mit der Schaffung eines neuen Kinderhorts für Kinder vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse schliessen wir eine Lücke», sagt Patrik Hugelshofer, im Bottighofer Gemeinderat für das Ressort Soziales verantwortlich. Bis die Kleinen in den Kindergarten kommen, können sie in der Gemeinde bereits die Kinderkrippe Calimero und die Spielgruppe Bärenhöhle besuchen. Ein Verein organisiert zudem bereits viermal wöchentlich einen Mittagstisch.

«Durch dieses Angebot möchten wir die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern und fördern.» Der Betrieb von «Kids Bottighofen» (Kibo) ist von 6.30 bis 18.30 Uhr geplant, und es gibt mehrere Module für die Betreuung der Kinder. Auch während der Schulferien ist der Hort offen. Lediglich während drei von 13 Ferienwochen ist er geschlossen. Insgesamt sind acht Hortplätze geplant. Diese können von 20 bis 30 Kindern genutzt werden. Damit das Angebot für alle Einwohner der Gemeinde finanzierbar ist, gelten verschiedene, einkommensabhängige Tarife. «Wahrscheinlich wird Calimero auch die Führung des Hortes übernehmen. Unterzeichnet ist aber noch nichts.» Einen bereits ansässigen Anbieter zu wählen, habe den Vorteil, dass ihn die Kinder einerseits schon kennen. Andererseits sei die Koordination einfacher, weil die Räume im Haus Traube sowie im Neubau von den verschiedenen Nutzern geteilt werden müssen.

Eltern haben die Nachfrage bestätigt

Hugelshofer ist davon überzeugt, dass das Kibo-Angebot ankommen wird. «Wir haben im letzten Juni eine Onlineumfrage durchgeführt. Viele Eltern interessieren sich für den Hort.» Er glaubt jedoch, dass die Eltern, die bereits eine Lösung für die Betreuung ihrer Kinder hätten, diese nicht sofort zu Gunsten des neuen Horts aufgeben werden. Deshalb wird das Projekt vorerst als Pilot für drei Jahre geplant. Dann wird Bilanz gezogen. «Für das erste Jahr haben wir keine hohen Erwartungen, danach hoffen wir aber, dass die Nachfrage steigt und wir Kibo fix installieren können», sagt er.

Eine Betriebskommission wird Kibo strategisch führen. Diese wird durch den Gemeinderat bestätigt. Die politische Gemeinde sowie die Schulbehörde nehmen Einsitz. Weiter verfügt jeder Leistungspartner über ­einen Sitz. Der bestehende Mittagstisch wird ins neue Kibo-Angebot integriert. Ob sich der dazugehörige Verein auflösen wird, kann Hugelshofer nicht sagen. Für den Betrieb sind keine grossen Investitionen nötig. Lediglich den Keller des Neubaus der Kita wolle man ausbauen und so ­zusätzliche 100 Quadratmeter schaffen. Die Gemeinde will sich mit einer Defizitgarantie von je 80000 Franken pro Jahr am dreijährigen Pilotprojekt beteiligen. Die Gemeindeversammlung stimmt am 5. Dezember darüber ab. «Das Angebot bedeutet für unser Dorf eine Stärkung der Attraktivität», findet Hugelshofer.

Infoveranstaltungen:

Patrik Hugelshofer empfängt Eltern und Interessierte an folgenden Terminen zu einem Informationsaustausch: heute Dienstag, 12.00 bis 13.00 Uhr; Freitag, 24. November, 6.30 bis 7.30 Uhr sowie Mittwoch, 29. November, 20.30 bis 21.30 Uhr. Ort: Sitzungszimmer, 1. OG auf der Gemeindeverwaltung Bottighofen.


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