Wie zu Robin Hoods Zeiten

ALTNAU. Das berittene Bogenschiessen hält im Thurgau Einzug. In Altnau fand ein Kurs statt. Dabei schiesst man mit Pfeil und Bogen vom Pferderücken aus.
01. April 2014, 02:35
DANIELA EBINGER

Auf dem Sandviereck bei der therapeutischen Reitlehrerin Maya Propst bewegen sich die Pferde im gemächlichen Tempo. Alles scheint auf den ersten Blick einfach. Doch die Reiter halten nicht wie gewohnt Zügel in den Händen. Nein – sie stemmen Pfeil und Bogen. Fast wie zu Robin Hoods Zeiten oder auf den Spuren von Dschingis Khan. «Man muss sich nicht nur ganz auf das Tier einlassen, sondern auch komplett konzentriert und losgelöst sein», sagt Matthias Rist.

Aus Neugier angemeldet

Der Teilnehmer ist kein Reiter aus Leidenschaft. Ebenso wenig gehört das Bogenschiessen zu seinen Hobbies. Der Mann aus Altnau findet beides interessant und nahm aus Neugier am Kurs «berittenes Bogenschiessen» für Anfänger teil. «Dieses Angebot vor der Haustür wollte ich mir nicht entgehen lassen. Und es ist absolut spannend.»

Am Morgen erhielten die Teilnehmer zuerst theoretisches Wissen über das Pferd und die Sportart. Zudem gab es einen Einblick in den geschichtlichen Hintergrund des Bogenschiessens auf dem Pferderücken. «Diese Sportart geriet lange Zeit fast in Vergessenheit», sagt Remo Gugolz, der zusammen mit Maya Propst den Kurs durchführt.

Er baut die Bogen nach alter Schule selbst und ist vom urtümlichen Handwerk fasziniert. Mit Pfeil und Bogen hantiert Gugolz bereits 15 Jahre. Seit drei Jahren kombiniert er seine Leidenschaft mit der seiner Partnerin – mit dem Reiten. Sie entdeckten daraufhin die Szene der berittenen Bogenschützen im Kanton Wallis. Dort gibt es seit einigen Jahren einen Verein, der sogar regelmässig internationale Wettkämpfe durchführt.

Turnier für Gleichgesinnte

Am 31. Mai organisieren Maya Propst und Remo Gugolz in Mattwil im Reitsportzentrum ein Turnier. Dafür trainieren sie mit Anfängern sowie Fortgeschrittenen in Altnau am kommenden Wochenende sowie am 27. April. «Wir wollen in der Ostschweiz diese Sportart bekannter machen und den Kontakt zu Gleichgesinnten fördern», sagt Maya Propst.


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