Tagblatt Online, 16. Juli 2010 01:04:26
Neuer Leiter des tecum
Thomas Bachofner (Bild: Bild: kid)
Pfarrer Thomas Bachofner steht neu dem kirchlichen Erwachsenenbildungswerk vor. Die gesamte Erwachsenenbildung der Evangelischen Landeskirche ist im Fehrenhaus zentralisiert.
warth-weiningen. Der 43jährige Pfarrer Thomas Bachofner ist seit Anfang Juli Leiter der Erwachsenenbildung der Evangelischen Landeskirche Thurgau. Der Nachfolger von Walter Büchi will sein Engagement für die spirituelle Stärkung und zur Förderung des Gemeindeaufbaus einsetzen.
Bereiche zusammengeführt
Zwei bisher getrennte Bereiche werden neu unter seiner operativen Leitung zusammengeführt.
Dies sind die Dienststelle für Erwachsenenbildung, bisher in Weinfelden ansässig, und der Verein tecum. Mit seinem Kursangebot will tecum religiöse Erkenntnisse und spirituelle Erfahrungen ermöglichen und Impulse für das persönliche Glaubensleben geben.
Die gesamte kirchliche Erwachsenenbildung ist jetzt zusammengefasst im umgebauten Fehrenhaus bei der Kartause Ittingen. Am letzten Mittwoch bezogen Bachofner und die drei Mitarbeiterinnen die neuen Büroräumlichkeiten.
Im Fehrenhaus ist auch die Wohnung von Bachofner und seiner jungen Familie. Ganz fremd ist Bachofner sein neuer Wirkungsort nicht, seine Ehefrau stammt aus Weinfelden und hat in Warth-Weinigen einige Jahre als Primarlehrerin unterrichtet.
Unevangelische Spiritualität
Der neue tecum-Leiter hat in Zürich und den USA Theologie studiert und war während 16 Jahren Gemeindepfarrer in Gossau/ZH.
Erfahrung mit Erwachsenenbildung hat er unter anderem durch Führung von Glaubenskursen und durch seine Ausbildung zum Meditationsleiter erlangt. In seiner bisherigen Arbeit mit Erwachsenen konnte er feststellen, dass sich viele Menschen schwer tun mit einer eigenen spirituellen Praxis – nicht weil sie nicht wollen, sondern weil ihnen dazu die Anleitung fehlt.
Kirche kein Auslaufmodell
In seinem Einsetzungsgottesdienst warnte Bachofner vor unevangelischer Spiritualität. Darunter versteht er eine gesetzliche, verkrampfte und leistungsorientierte Spiritualität, die im Tun, nicht im Sein mündet, die müde macht und auslaugt. «Fokus geistlicher Übungen ist das Bleiben in Christus, der die innere Quelle in uns zum Fliessen bringt, nicht das innere Leerwerden.» Als Gemeindepfarrer habe er erfahren, dass Kirche, verstanden als Gemeinde von Jesus Christus, alles andere als ein Auslaufmodell sei. (kid)
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