Tagblatt Online, 15. Januar 2010 01:01:17
EVP will Glaubenswechsel erleichtern
Für die EVP politisieren: Ruedi Bär, Urs Peter Beerli, Fritz Rupp, Martin Aebersold, Matthias Müller, Jürg Schlatter, Wolfgang Ackerknecht, Regula Streckeisen, Doris Günther (v. l.). (Bild: Bild: zVg)
Die Evangelische Volkspartei des Kantons Thurgau (EVP) fordert fürs 2010 von Gesellschaft und Politik mehr Ehrlichkeit und Transparenz ein. Und geht zugleich in Religionsfragen auf Konfrontationskurs mit dem Islam.
Christof Lampart
Kartause Ittingen. Durch das Ja zur Minarett-Initiative in der eigenen Haltung gestärkt, dass das Christentum hierzulande die natürliche «Referenzkultur» sei, wittert die EVP Morgenluft und will noch eins draufsetzen.
Wie Kantonsrat Wolfgang Ackerknecht an der Jahres-Pressekonferenz der EVP Thurgau (EVP) in der Kartause Ittingen erklärte, will die Kantonalpartei alles in ihrer Macht stehende tun, damit auf Bundesebene das Christentum als Referenzkultur in der Bundesverfassung noch nachhaltiger als bis anhin verankert wird.
Denn der jetzt gültige Bundesartikel «Staat und Kirche» genüge heute nicht mehr. Als 1848 die Schweiz gegründet wurde, wollte man mit dem Artikel das Verhältnis der Konfessionen untereinander klären.
Volksinitiative
Heute gelte es das Nebeneinander von Religionen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen zu definieren. Die Aufnahme eines solchen Artikels solle per Volksinitiative geschehen.
Der Artikel solle dabei vier Freiheiten garantieren: die freie Wahl der Religion, die freie Ausübung der Religion, die freie Kommunikation der Religion und der freie Wechsel der Religion.
Gerade die letztere Freiheit, dessen war sich auch EVP-Präsidentin Regula Streckeisen «bewusst», stellt einen Angriff auf die Gepflogenheiten des Islams dar, denn der Islam erlaubt nur einen Wechsel Andersgläubigen zu ihm hin.
Freier leben können
«Für viele säkulare Moslems, welche hier leben, wäre so ein Passus wichtig, um hier freier Leben zu können. Sei es, weil sie vielleicht eine andere Religion annehmen oder einen andersgläubigen Partner heiraten möchten ohne einen Ehrenmord befürchten zu müssen», zeigte sich Streckeisen vom Vorgehen überzeugt. Dieser Ansatz, so Streckeisen, entspreche auch der Forderung der EVP nach mehr Ehrlichkeit und Transparenz.
- Artikel empfehlen:








Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden.
Kommentar schreiben