Tagblatt Online, 01. Juli 2009 01:01:52
Katholiken setzen auf Facebook
Die Katholische Landeskirche stellt sich den Herausforderungen der modernen Mediengesellschaft und geht punkto positive Berichterstattung in die Offensive.
CHRISTOF LAMPART
frauenfeld. An der Sitzung der Katholischen Synode des Kantons Thurgau vom Montagvormittag in Frauenfeld reichte der Synodale Thomas Merz-Abt, Weinfelden, eine Interpellation ein, in der er nachfragte, wie sich die Kirche den «grossen und grundlegend neuen Herausforderungen» der modernen Mediengesellschaft gegenüber verhalten wolle.
«Kritisch und prophetisch»
Es sei an der Zeit, so Merz-Abt, dass man sich nicht nur der Medien des 19. und 20. Jahrhunderts bediene, um das Wirken der Kirchgemeinden unters Volk zu bringen.
Die Kirche müsse selbst aktiv sein und ihren «urkirchlichen Auftrag» wahrnehmen, indem sie «kritisch, aufbauend und prophetisch» in der Welt wirke, indem sie auch die modernen Medien wie Internet, Facebook oder Twitter nutze. Wolle sich die Kirche für Menschlichkeit einsetzen, so müsse sie dies heute dort tun, wo sich Jugendliche aufhielten – und dies seien heute Chaträume, soziale Netzwerke und Videoplattformen wie YouTube.
Der Präsident der Kirchenrates, Peter Hungerbühler, erklärte, dass Merz-Abt in dieser Frage ganz auf der Linie des Kirchenrates liege; dieser wolle diese Themen mit Fachleuten beraten und dann der Synode vorlegen.
Grossen Gewinn gemacht
Keine nennenswerte Diskussion entspann sich um die Rechnung für das Jahr 2008, konnte doch die Katholische Landeskirche einen Einnahmenüberschuss von 4 900 000 Franken erwirtschaften. Auch die Rechnung der Seelsorge für Anderssprachige schloss mit einem Einnahmenüberschuss.
Trotzdem hiess die Synode den Antrag des Kirchenrates, einen Teil des Überschusses für die Baureserve (200 000 Franken) und für Bildungsprojekte (90 000 Franken) zu verwenden, nicht gut, sondern wies den gesamten Betrag dem Eigenkapital zu. Keine Opposition gab es gegen die 19 Kirchgemeindegesuche um Beiträge aus dem Finanzausgleich.
Dies, obwohl der Kirchenrat bei zwölf Gesuchen die Summe kürzte und insgesamt nur 950 000 Franken statt der beantragten 1,160 Millionen Franken genehmigte.
Neu in die Verwaltungskommission der Pensionskasse der Katholischen Landeskirche wurde, als Vertreter der Arbeitnehmer, Rupert Summerauer gewählt. Er folgt auf den tödlich verunfallten Markus Okle, der bei der Peregrina-Stiftung als Geschäftsführer tätig war. Summerauer ist Geschäftsleiter der Caritas Thurgau und der Esra Arbeitsintegration.
Aufwendungen senken
Die Synode hiess eine Bitte des Aadorfer Synodalen Rupert Hermann gut, der um eine Zusammenlegung der Wahlen für die Kirchenvorsteherschaft und für die Katholische Synode im Jahr 2010 ersuchte. Der Kirchenrat unterstützte das Anliegen und schlug vor, die Daten so zu legen, dass die Wahlen der Kirchenvorsteherschaften für die Amtsperiode 2011 bis 2014 so früh bekanntgegeben werden sollen, dass die Kirchenvorsteherschaften die Urnenwahl auf das Datum der Synodenwahl für die Amtsperiode Juni 2010 bis Mai 2014 setzen könnten. Dies bedeutet, dass die Mitglieder der Kirchenvorsteherschaften mit jenen der Synode bereits im Frühjahr 2010 gewählt werden.
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