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Tagblatt Online
18. Januar 2016, 12:33 Uhr

Wer Vögel unachtsam füttert, sorgt für Krankheiten

Im Winter hängen Vogelfreunde gern Futterhäuschen an die Bäume. Mathis Müller von Birdlife Thurgau erklärt, worauf man dabei achten muss.

MARTIN RECHSTEINER

Herr Müller, ist es überhaupt sinnvoll, Vögel im Winter zu füttern?

Mathis Müller: Zurzeit ist es eigentlich noch nicht nötig. Erst, wenn eine Woche lang alles gefroren ist und eine dicke Schneedecke liegt, sind die Vögel froh um Futter. Laut Wetterbericht dürfte es bald so weit sein.

Ist vorher füttern also schlecht?

Müller: Natürlich sind die Vögel dem Futter nie abgeneigt. Und die Menschen können sie am Futterhäuschen beobachten und schliessen sie ins Herz. Man kann hier von einer Art Win-win-Situation sprechen. Aber: Wir helfen den Vögeln, die wir füttern, beim Überleben. Sie haben einen Vorteil im Vergleich zu denen, die nicht ans Futterbrett kommen. Um hier nicht zu sehr in die Natur einzugreifen ist wichtig: füttern mit Mass.

Weshalb sonst noch?

Müller: Grosse Mengen an Futter bleiben liegen oder werden von den Vögeln beim Fressen verstreut und fallen zu Boden. Es wird nass und zur idealen Brutstätte für Bakterien und Viren. So schadet man seinen gefiederten Freunden mehr, als dass man ihnen hilft. Ist zudem die Fläche, auf der das Futter liegt, zu gross, setzen sich die Vögel hinein, das ist ebenfalls zu vermeiden.

Warum?

Müller: So gelangt Kot in das Futter, es werden Krankheitskeime verbreitet.

Was für ein Häuschen ist denn am besten?

Müller: Am besten sind die, in denen ein «Futtersilo» eingebaut ist. Das ist ein Plastikbehälter, der mit dem frischen Futter gefüllt wird, welches dann laufend nachrückt. So bleiben die Körner geschützt und trocken, und es können sich nicht zu viele Vögel an die Futterstelle drängen. Es entsteht auch keine Unordnung, das Futter bleibt im Häuschen.

Wo plaziert man das Futterhäuschen am besten?

Müller: Der Platz sollte frei sein, in einiger Entfernung von Bäumen und Sträuchern. So können Feinde wie die Hauskatze oder auch der Sperber nicht so gut versteckt lauern.



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