Tagblatt Online, 14. Juli 2012 06:34:00
VCS vermisst Lärmschutz bei BTS/OLS
(Bild: MARINA WINDER)
Der VCS Thurgau ist der Ansicht, dass bei den Strassenbauvorhaben BTS und OLS zu wenig Lärmschutzmassnahmen vorgesehen sind. «Dieser Vorwurf ist völlig haltlos», heisst es beim Kanton.
MARINA WINDER
KREUZLINGEN. Für den VCS des Kantons Thurgau ist klar: Wichtiger als möglichst schnell von A nach B zu gelangen ist ihm die Gesundheit der Bevölkerung. Und diese sieht er seit jeher durch den vielen Strassenverkehr beeinträchtigt. Besonders störend findet er den Verkehrslärm. Nun befürchtet der Vorstand des VCS Thurgau, dass dieser mit dem Bau von BTS und OLS massiv zunehmen werde.
Der Verkehrsclub hat sich deshalb von Anfang an dem gegnerischen Komitee angeschlossen. «Das bestehende Strassennetz ist völlig ausreichend», meint Co-Präsident Wolfgang Schreier, «eine neue Strasse würde nur zusätzlichen Verkehr anziehen». Hinzu komme, dass im Strassenverkehr allgemein und insbesondere bei den aktuellen Strassenbauvorhaben bezüglich Lärmschutzmassnahmen «wenig bis nichts» unternommen werde. Sollte sich das Stimmvolk im Herbst trotzdem für den Strassenbau aussprechen, kündigt Schreier schon jetzt an, dass sich der VCS für ausreichend flankierende Massnahmen einsetzen werde.
«Wir sorgen für Lärmschutz»
«Das muss der VCS nicht, dafür sorgen wir», sagt dazu Kantonsingenieur Andy Heller. Die Vorwürfe des Verkehrsclubs seien völlig haltlos: «Bei jeder Neuanlage sind wir gemäss Lärmschutzverordnung des Bundes verpflichtet, die vorgeschriebenen Immissionsgrenzwerte einzuhalten. Selbstverständlich richten wir uns danach.»
Für die geplanten Strassenbauvorhaben hätten bereits Berechnungen stattgefunden – die nötigen Massnahmen seien vorgesehen, sagt Heller. In Siedlungsnähe seien das beispielsweise Überdeckungen. Auch eine generelle Tieflage der geplanten Strasse trage dazu bei, dass der Lärm weniger weit getragen werde. «Wo mit diesen Massnahmen die vorgeschriebenen Werte nicht erreicht werden können, treffen wir weitere Vorkehrungen.» Das könne zum Beispiel bedeuten, dass zusätzlich Lärmschutzwände aufgestellt oder -dämme aufgebaut würden.
In Tieflage statt ebenerdig
Statt einer neuen Transitachse spricht sich der VCS Thurgau grundsätzlich für lokale Entlastungen durch punktuelle Umfahrungen aus. Bezüglich Lärmquelle setzt Kantonsingenieur Andy Heller an diesem Punkt an: Solche Umfahrungen wären näher bei den Siedlungen und ebenerdig geführt. Die Bevölkerung bekäme dann den Lärm mehr zu spüren als bei einer Strasse, die weiter ausserhalb und über weite Strecken in Tieflage geführt wird. «Stellen Sie sich zudem vor, was zu tun ist, wenn die Strasse, wie bei den Verbänden vorgesehen, durch Ortschaften hindurchgeführt wird: Wände, Wände, Wände.»
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deich (14. Juli 2012, 10:08)
Lärm
Es können heute keine neuen Strassen mehr gebaut werden, bei denen nicht auch der Lärmschutz, neben anderen wichtigen belangen, Priorität geniesst. Das haben die Planer verstanden, nicht zuletzt aufgrund der Beteiligung von Betroffenen, deren Anliegen gehört werden. Sonst wäre hier Politik eine Einbahnstrasse. Geht heute nicht mehr!
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