Tagblatt Online, 14. Juni 2012 07:24:00
Thurgauer Schulen singen Thurgauerlied
FRAUENFELD. Auch ohne Gesetz hat SVP-Kantonsrat Andrea Vonlanthen sein Ziel erreicht. Regierungspräsidentin Monika Knill empfiehlt den Schulen, Nationalhymne und Thurgauerlied zu vermitteln.
Es sollte schneller gehen: Das Ratsbüro hatte die Spitze des Baselbieter Kantonsparlaments zu Gast, Ratspräsident Ulrich Müller (CVP, Weinfelden) schlug vor, eine Motion von Andrea Vonlanthen (SVP, Arbon) vorzuziehen. Die Debatte sollte so verkürzt werden. Sein Ziel erreichte Müller. Denn Vonlanthen zog den Vorstoss zurück – allerdings nicht ohne Seitenhieb. «Die Thurgauer sind solide und verlässlich, allerdings manchmal etwas mutlos.» Offenbar verschwanden die Unterschriftenbogen für die Motion im Rat, Vonlanthen musste sie nochmals zirkulieren lassen.
Er forderte zusammen mit Martin Stuber (SVP, Ermatingen)dass der Kanton einheimische Werte in der Volksschule stärker fördert, vor allem die Landeshymne und das Thurgauerlied. Sie gehörten zu den bedeutendsten Kulturgütern und würden die Identität fördern. «Hymnen sind ein wichtiges, aber gefährdetes Kulturgut», sagte Vonlanthen im Rat. Eine gesetzliche Grundlage, wie von den Motionären gefordert, wird es jedoch nicht geben.
Der Regierungsrat war dagegen, dass der Rat die Motion erheblich erklärt. Er habe sich aber zur Bedeutung der Lieder bekannt, sagte Vonlanthen. Regierungsrätin Monika Knill habe zugesichert, beide Hymnen in den Lehrplan aufzunehmen. Zudem habe sie den Schulen empfohlen, beide Lieder zu pflegen. Thurgauer Schülerinnen und Schüler dürften also vermehrt Landeshymne und Thurgauerlied singen. (hal)
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