Tagblatt Online, 12. Juni 2012 01:07:30
Thurgau umwirbt seine Pendler
Enthüllen die Plakate der neuen Kampagne des Standortmarketings: Angela Haltiner, Kaspar Schläpfer und Edgar Sidamgrotzki. (Bild: Nana do Carmo)
Die neue Standortmarketing-Kampagne des Kantons will die Pendler davon überzeugen, dass es auch im Thurgau interessante Arbeitsstellen gibt. Hintergrund ist der Fachkräftemangel, den die Wirtschaft immer wieder beklagt.
MARTIN KNOEPFEL
FRAUENFELD. Etwa um halb elf Uhr war es so weit. Regierungsrat Kaspar Schläpfer, Edgar Sidamgrotzki (Leiter des Amts für Wirtschaft und Arbeit) und die drei neuen Botschafter der Standortmarketing-Kampagne des Kantons enthüllten im Verwaltungsgebäude Promenade, Frauenfeld, an einer neun Meter breiten Stellwand die neuen Plakate.
Die drei Botschafter sind Angela Haltiner, Geschäftsleiterin der Haltiner Bauunternehmung in Münchwilen, Tobias Hohermuth, Geschäftsleiter der Metallbaufirma Tuchschmid AG in Frauenfeld, und Yannick Hollenstein, Kochlehrling in Arbon und Medaillengewinner am Schweizer Lehrlingskochwettbewerb 2012. Zwei Plakate wurden kurz zuvor am Regierungsgebäude entrollt, als Ersatz für die Plakate mit Hansjörg Walter und Luca Ruch.
Apfel bleibt als Logo
Die neue Standortmarketing-Kampagne setzt wie ihre Vorgängerin auf Personen, die mit kurzen Aussagen – Testimonials – für den Thurgau werben. Sie bleibt beim Apfel als Logo. Schläpfer ist überzeugt, dass die seit 1997 durchgeführten Kampagnen des Standortmarketings das Selbstbewusstsein der Thurgauer gehoben und das Image des Kantons verbessert haben.
Die Botschaft der neuen Kampagne laute, dass der Thurgau viele attraktive Arbeitsstellen zähle. Zielpublikum seien die Thurgauer, die zur Arbeit in andere Kantone, vor allem Zürich, pendelten, sagte Regierungsrat Kaspar Schläpfer. Sie sollten darüber nachdenken, ob sie im Thurgau eine tolle Stelle finden könnten.
Weil der Thurgau heute bevölkerungsmässig wachse und der Brain-Drain nachgelassen habe, stehe nicht mehr die Gewinnung von Zuzügern im Vordergrund, sondern der Fachkräftemangel. Das Problem werde immer wieder an ihn herangetragen, sagte Schläpfer der TZ. Bei den regelmässigen Treffen Sidamgrotzkis mit Thurgauer Personalchefs sei das Thema ein Dauerbrenner.
Den Fachkräftemangel wolle man im In-, nicht im Ausland decken, betonte Sidamgrotzki. Er ist überzeugt, dass die neue Kampagne die Effekte ihrer Vorgängerin multipliziert und lobte die drei Botschafter. Haltiner sei eine typische Gewerblerfrau und engagiere sich auch in gemeinnützigen Institutionen. Hohermuth verkörpere ein junges, dynamisches Unternehmen, das international erfolgreich sei. Hollenstein erbringe Leistung in der Ausbildung. Der Thurgau wolle nicht nur die akademische, sondern auch die Berufsbildung fördern, betonte Sidamgrotzki.
Grossplakat in Zürich
In der ersten Phase arbeitet die Kampagne mit Plakaten, unter anderem bei der Einfahrt in den Hauptbahnhof Zürich, aber auch in anderen Bahnhöfen sowie in den Zügen von Thurbo und der Zürcher S-Bahn. In einer zweiten Phase soll die Kampagne die neuen sozialen Medien einbeziehen.
-
Weitere Artikel zu diesem Thema:
- Artikel empfehlen:







Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden.
Kommentar schreiben