Tagblatt Online, 01. September 2012 01:37:00
Thurella kommt ins Rollen
Thurella: Trotz leichtem Umsatzrückgang mehr Gewinn erzielt. (Bild: Nana do Carmo)
EGNACH. Die Thurella AG beginnt wieder zu wachsen. Nach den harten Einschnitten bei der Sanierung in den letzten Jahren zeigt sich ein Aufwärtstrend. Motor der Entwicklung ist weiter Biotta. Die Thurella-Tochter übernimmt die Traktor Getränke AG.
STEFAN BORKERT
Die Thurella AG hat ihre Halbjahreszahlen vorgelegt. Dabei zeigt sich, dass die Herstellerin von Naturgetränken langsam wieder ins Rollen kommt. Das liegt auch an der Tochter Biotta. Diese erwirtschaftet mit ihren Direktsäften 60 Prozent des Umsatzes der Thurella AG. Und Biotta baut das Geschäft weiter aus.
Rolf Menke, Kommunikationsbeauftragter der Thurella AG, sagt, die aktuellen Zahlen würden es der Thurella-Tochter Biotta AG erlauben, zukunftsgerichtet in den Markt zu investieren. So sei eine Vereinbarung zur Übernahme des vor allem für seine gekühlten Frischsäfte bekannten Kleinunternehmens Traktor Getränke AG in Hirzel bereits unterzeichnet. Es brauche allerdings noch die Zustimmung der Traktor-Aktionäre.
Damit ist auch klar, dass bei der Thurella AG und der starken Tochter Biotta auf die Bio-Karte gesetzt wird. Die klimaneutral produzierten Bio-Smoothies von Traktor passen in diese Strategie. Eine Strategie, die nach früheren Aussagen des Geschäftsleiters Clemens Rüttimann auch auf ein verjüngtes und dynamischeres Image setzt.
Position gestärkt
Trotz eines leichten Rückgangs des Umsatzes hätten die Biotta-Markenprodukte ihre Position sowohl im Retailgeschäft wie im Fachhandel leicht ausbauen können, kommentiert Clemens Rüttimann im Halbjahresbericht. Diese Stärke und die stabile Situation bei den Gemüse-Halbfabrikaten der deutschen Tochter Gesa hätten allerdings den Umsatzverlust im Biotta-Export und im Schweizer Geschäft mit Thurella Obst-Halbfabrikaten nicht vollständig zu kompensieren vermocht.
Für Thurella als Ganzes resultiert im ersten Halbjahr 2012 ein um fünf Prozent tieferer Nettoumsatz von 19,07 Millionen Franken (2011: 20,05 Mio.). Doch dank der Rationalisierungsanstrengungen und des konsequenten Sparkurses habe die Thurella AG den Gewinn von 1,55 Mio. um 16 Prozent auf 1,8 Mio. Franken steigern können. Die gesteigerte Rentabilität zeige sich unter anderem in der annähernden Verdoppelung der Ebit-Marge (Gewinn vor Steuern) von 5,5 auf 10,3 Prozent. Während Biotta sich im preislich umkämpften schweizerischen Lebensmittel-Umfeld erfolgreich behaupte und die Distribution des 2011 neu eingeführten Biotta Energy Drinks ausgebaut habe, hätten der hohe Kurs des Schweizerfrankens und die gedrückte Wirtschaftslage in Europa dem Biotta-Export in einigen Verkaufsgebieten zugesetzt. Am stärksten wiege der Rückgang in Österreich, wo sich der notwendige Vertriebswechsel nicht reibungslos vollziehen liess, heisst es im Bericht weiter.
Der Zuwachs in anderen Märkten, insbesondere in Nordamerika, konnte diese Rückgänge nicht ganz wettmachen, sagt Thurella-Sprecher Rolf Menke. Warum Mutter Thurella auf die Tochter Biotta setzt, zeigt auch das Ergebnis einer aktuellen Umfrage im Juni von Market Agent.
Bekannte Biotta
Auf dem Schweizer Markt kommen der Marke Biotta ein überdurchschnittlich hoher Bekanntheitsgrad und das langjährige Qualitäts-Image zugute. 22,7 Prozent der Befragten dachten bei Saft spontan zuerst an die Marke Biotta. Biotta liefere seit 2011 den tragenden Geschäftsteil von Thurella. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung betonen, dass sie als solche ein sicherer Wert sei und Schwerpunkt bleibe.
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