Tagblatt Online, 06. August 2012 07:18:00
Nur strahlende Gesichter
Aufbruch in Diessenhofen: Das Pfadilager ist vorbei. (Bild: Reto Martin)
Das Kantonale Pfadilager, Kala, ist zu Ende. Lagerleiter Roger Müller zieht eine positive Bilanz. Als gelungen wertet er die friedliche Atmosphäre und das gute Programm. Es sei der Pfadi Thurgau gelungen, den 1000 Kindern und Jugendlichen etwas zu bieten.
Roger Müller, Sie waren als Leiter für das Kantonale Pfadilager, Kala, verantwortlich. Sind Sie froh, dass das Lager vorbei ist?
Roger Müller: Nein. Ich wäre gerne noch länger geblieben. Doch auch die schönsten Wochen gehen einmal vorüber. Dafür, dass wir das Kala zwei Jahre lang geplant haben, ist es sehr schnell vorbeigegangen.
Inwieweit hat der Unfall im Pfadilager in Oberbüren Ihr Team verunsichert?
Müller: Der Unfall hat uns nicht verunsichert, denn wir haben schon im Vorfeld ein Sicherheitskonzept erarbeitet. Dieses hatte zum Ziel, dass wir im Falle eines Unfalls richtig reagieren.
Sie haben keine weiteren Sicherheitsmassnahmen getroffen.
Müller: Doch. Wir haben nach dem Unglück in Oberbüren unsere Leiter sensibilisiert, mit Feuer vorsichtig umzugehen.
Waren Eltern beunruhigt?
Müller: Von den Eltern haben wir keine Reaktionen erhalten. Sie waren nicht verunsichert.
Das Lager hatte das Motto «Land in Sicht». Ist Ihr Kala-Schiff, die MS Delphin, gut gestrandet?
Müller: Wir sind sehr gut gestrandet. Wir haben den 1000 teilnehmenden Kindern und Jugendlichen ein sehr gutes Programm geboten. Ich habe nur in strahlende Gesichter geblickt und schliesse daraus, dass es uns gelungen ist, den Kindern etwas zu bieten, was sie im Alltag sonst nicht erleben.
Sie haben also ein friedliches Lager ohne Turbulenzen hinter sich.
Müller: Bis auf eine einzige Turbulenz verlief das Lager friedlich. In der Nacht auf Sonntag mussten 50 Kinder erbrechen. Wir haben schnell reagiert und die Kranken separat untergebracht. Sie wurden schnell gesund und konnten am Lagerleben weiter teilnehmen. Wenn so viele Leute auf einem Platz sind, kann so was schon mal passieren.
Was war die Ursache?
Müller: Wahrscheinlich eine Ansteckung, verursacht durch Noroviren.
Wie haben Sie es geschafft, 1000 Kinder und Jugendliche und 500 Leiter ohne grössere Turbulenzen durch zwei Wochen zu schiffen?
Müller: Wir haben bereits im Vorfeld strikte Lagerregeln erlassen und diese auch kommuniziert. Die Leiter waren angewiesen, diese weiterzugeben. Zudem haben wir kontrolliert, ob die Regeln eingehalten werden.
Welchen Inhalt hatten diese?
Müller: Die wichtigsten Regeln waren: Nachtruhe um 23 Uhr einhalten, kein Feuerwerk starten, Feuerstelle 50 Zentimeter über dem Boden anbringen, Aufenthalte am Wasser nur an gekennzeichneten Plätzen und mit Rettungsschwimmern, Abmelden beim Verlassen des Lagerplatzes.
Wie hat den Teilnehmern der Standort am Rhein bei Diessenhofen gefallen?
Müller: Der Standort war optimal. Für das Lager benötigten wir eine flache Wiese und viel Platz. Das war auf dem Areal der Staatsdomäne St. Katharinental gegeben. Zudem lag der Platz idyllisch in der Nähe des Scharenwaldes und des Rheins. An den heissen Tagen haben es die Kinder und Jugendlichen genossen, sich im Fluss abkühlen zu können.
Was waren die Höhepunkte des Lagers?
Müller: Für mich waren die Höhepunkte all jene Momente, in denen alle Teilnehmer und Leiter zusammenkamen: die Eröffnungsfeier, das Kantonale Pfaditreffen oder die Schlussfeier. Auch haben wir von vielen Eltern ein positives Feedback erhalten.
Was bringt so ein Lager den Jugendlichen und Kindern, die teilnehmen?
Müller: Die Teilnehmer lernen Jugendliche aus anderen Pfadiabteilungen kennen. Es werden Freundschaften geschlossen, die meist sehr lange halten.
Was bringt es generell, bei der Pfadi dabei zu sein?
Müller: Die Pfadi bietet für Kinder und Jugendliche sinnvolle Beschäftigungen. Sie lernen Dinge, die sonst niemand vermittelt. Sie leben in der Natur, lernen, ein Zelt aufzustellen oder am Feuer zu kochen.
Das Lager ist zu Ende. Macht die Pfadi Thurgau jetzt eine Pause?
Müller: Die Lagerleitung wird sich nun auflösen. Aber die Pfadi Thurgau macht keine Pause. Bereits am 8. September steht mit dem Kantonalen Pfaditag wieder ein grösseres Ereignis an. Die örtlichen Pfadiabteilungen geben an diesem Tag Einblick, in das Innenleben von Pfadigruppen.
Interview: Inge Staub
- Artikel empfehlen:







Kommentar lesen
FSS (06. August 2012, 11:17)
Sensibler Titel
Liegen nicht zwei Kinder mit schwersten Verbrennungen im Spital?!?
Beitrag kommentierenKommentar schreiben