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Tagblatt Online, 14. Juni 2012 07:24:00

Nur die Kontrollstelle gab zu reden

Grosser Rat Zoom

Fritz Zweifel (M.) löste mit seinem Antrag, die Wahl der Kontrollstelle der Gebäudeversicherung zurückzuweisen, eine animierte Diskussion aus. (Bild: Donato Caspari)

FRAUENFELD. Ein Antrag von Fritz Zweifel führte zu einer Diskussion im Grossen Rat, ob das Mandat für die Rechnungsrevision der Gebäudeversicherung nicht an eine Thurgauer Firma gehen solle.

MARTIN KNOEPFEL

Die Wahl der Kontrollstelle geht gewöhnlich problemlos über die Bühne. Nicht so gestern morgen in der Sitzung des Grossen Rats in Frauenfeld. Beim Traktandum Kantonale Gebäudeversicherung interessierte fast nur, ob die St. Galler Niederlassung der Revisionsfirma Ernst & Young vier weitere Jahre Kontrollstelle sein soll oder nicht.

Für Thurgauer Firma

Den Anstoss gab Fritz Zweifel (FDP, Scherzingen) mit einem schliesslich wieder zurückgezogenen Antrag. Er wollte die Wahl der Kontrollstelle an die Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission zurückweisen. Sie solle nicht nur einen Antrag ausarbeiten, sondern ihn auch begründen. Bei der Wahl der Kontrollstelle sei 2008 eine umfassende Diskussion für dieses Jahr in Aussicht gestellt worden, sagte Zweifel. Ihn sekundierte Hanspeter Gantenbein (SVP, Wuppenau), der betonte, dass Thurgauer Firmen die Aufgabe genauso gut erfüllen können.

Kommissionssprecherin Margrit Aerne (SVP, Lanterswil) versprach, beim Wechsel der Kontrollstelle werde das Mandat ausgeschrieben. Sonja Wiesmann (SP, Wigoltingen) findet den Zeitpunkt für einen Wechsel wegen der neuen Rechnungslegungsstandards ungünstig. Norbert Senn (CVP, Romanshorn) sagte, dass viele Thurgauer bei Ernst & Young in St. Gallen arbeiten. Regierungsrat Claudius Graf-Schelling versicherte, dass der Verwaltungsrat das Thema mehrfach behandelt habe. Der Verwaltungsrat habe verstanden, dass er die Wahl der Kontrollstelle in vier Jahren überprüfen solle, betonte Heidi Grau-Lanz (FDP, Zihlschlacht).

20 Stimmen weniger

Schliesslich stimmten 95 Kantonsräte für die Bestätigung der Kontrollstelle. Ein Teil der SVP-Fraktion enthielt sich der Stimme. Zuvor hatte der Grosse Rat den Geschäftsbericht und die Eigentümerstrategie mit 119 und 117 Ja jeweils ohne Gegenstimmen gutgeheissen.




Leser-Kommentare:
1 Beitrag

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unangan (14. Juni 2012, 14:26)
Firmen die Aufgabe genauso gut erfüllen können

na dann... "dass viele Thurgauer bei Ernst & Young in St. Gallen arbeiten"..
Herr Norbert Senn.. dieses Mal..
und obwohl ich mit Ihnen schon viele Gefechte ausgefochten habe:,
wenn ich Sie richtig verstehe, sollen nicht Thurgauer einer Revisionsstelle als Kontrolleure amten.
Da gehe ich mit Ihnen, Herr Senn, einig.
Obwohl ich kein Freund ihrer politischen Tätigkeiten bin..
Aber dieses Votum ist richtig.
Warum sollen Thurgauer in "Lohn und Brot" einer Revisionstellte auch gleich die Thurgauer-Rechnungsrevisoren sein...???..
Wenn auch nicht zwingend.. doch "Sauhäfeli-Politik" würde so vermittelt.

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