St.Galler Tagblatt Online, 28. April 2012 10:35:00
Mehr als 50'000 Grenzgänger in der gesamten Bodenseeregion
KONSTANZ. Die Schweizer Bodenseeregion verzeichnete im Jahr 2011 im Vergleich zu 2010 9,5 Prozent mehr Grenzgänger.
Die Arbeitsmärkte in der internationalen Bodenseeregion wachsen weiter zusammen. Das steht im Bericht «Grenzgänger in der internationalen Bodenseeregion 2011». Ein klares Zeichen ist die zunehmende Arbeitsmobilität über Grenzen hinweg.
Dynamik in der Bodenseeregion
Die Bodenseeregion erwies sich 2011 als dynamischer Wirtschaftsraum, der tiefe Arbeitslosenzahlen und ein stabiles Wachstum aufweist. Entsprechend sind die Grenzgängerzahlen im Beobachtungsgebiet (siehe Kasten) erneut gestiegen.
2011 pendelten im Beobachtungsgebiet über 50 000 Personen über Staatsgrenzen an den Arbeitsplatz, etwa 3000 Personen mehr als 2010. Der Anstieg sei vor allem auf das Plus von 9,5 Prozent im Schweizer Teil der Bodenseeregion zurückzuführen, heisst es weiter. 56 Prozent der Grenzgänger in der Bodenseeregion arbeiteten in der Schweiz, gefolgt von Liechtenstein mit 34 Prozent. Dafür wohnt mehr als die Hälfte der im Fürstentum Beschäftigten im benachbarten Ausland.
Unter Schweizer Durchschnitt
2,7 Prozent der Beschäftigten der Bodenseeregion sind Grenzpendler. In der EU sind es durchschnittlich 1,45 Prozent. Im Thurgau liegt diese Zahl bei 3,5 Prozent und in St. Gallen bei 3,1 Prozent. Neben Liechtenstein ist die Ostschweiz die wichtigste Zielregionen für Grenzgänger in der Bodenseeregion: Etwa 8900 pendelten durchschnittlich 2011 in den Kanton St. Gallen und 4000 in den Thurgau. Die Zahl der Grenzgänger in die Schweiz stieg in den letzten 10 Jahren um etwa 50 Prozent. Die Grenzgänger im Thurgau kommen meist aus Deutschland, 80 Prozent von ihnen allein aus dem Landkreis Konstanz.
2011 waren hier fast 6 Prozent der Arbeitnehmer Grenzgänger. Ihr Anteil ist in der Ostschweiz also relativ niedrig. Als Grund nennt der Bericht den Bodensee, der die Mobilität behindere. In der Schweizer Bodenseeregion beschäftigen Baugewerbe, Maschinenbau und Handel am meisten Grenzgänger. Auch Schweizer pendeln zur Arbeit ins Ausland, so 7500 nach Liechtenstein. (red.)
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