Tagblatt Online, 15. Juni 2012 01:04:00
Kanton will Hochhäuser fördern
Im Thurgau gibt es wenige Hochhäuser (Bild: Freiegg, Kreuzlingen). (Bild: Archivbild: Nana do Carmo)
FRAUENFELD. Um in den Gemeinden die Siedlungsentwicklung nach innen zu fördern, soll ein Projektteam ein Konzept für verdichtetes und höheres Bauen erarbeiten.
Der haushälterische Umgang mit dem Boden gehört zu den wichtigsten Grundsätzen der Raumordnungspolitik. Im kantonalen Richtplan ist im entsprechenden Kapitel ausdrücklich festgehalten: «Die Siedlungsentwicklung ist in erster Linie nach innen zu legen. Flächenansprüche sind wenn immer möglich innerhalb des überbauten Gebiets zu befriedigen.» Kanton und Gemeinden hätten entsprechende Bestrebungen zu fördern. Gemäss Rechtslage obliegt den Gemeinden diese Siedlungsentwicklung nach innen.
Projektauftrag verabschiedet
Der Kanton will den Gemeinden eine Hilfestellung bei der Umsetzung dieser Vorgaben bieten. Dies darum, weil die damit zusammenhängenden Fragestellungen komplex und anspruchsvoll seien. So stellt zum Beispiel der Umgang mit höheren Häusern (bis 25 Metern) und Hochhäusern (ab 25 Metern) im ländlich geprägten Thurgau eine besondere Herausforderung dar.
Aus diesem Grund hat der Regierungsrat einen Projektauftrag verabschiedet, der unter Berücksichtigung der ländlich geprägten Siedlungsstruktur im Kanton Thurgau ein Konzept zur Förderung der Siedlungsentwicklung nach innen erarbeiten soll. Darin soll unter anderem beantwortet werden, durch welche Anreizsysteme die Richtplanvorgaben beschleunigt und unter welchen Voraussetzungen die Erstellung von höheren Gebäuden als richtiges Mittel erscheint. Das Projekt soll im September starten. Der Lenkungsausschuss steht unter dem Vorsitz von Regierungsrat Jakob Stark, Chef des Departements für Bau und Umwelt. Der Regierungsrat will das Konzept im Januar 2014 verabschieden.
Potenzial für Hochbauten klären
Mit dem Konzept zu höherem und dichterem Bauen wolle der Kanton abklären, welches Potenzial im Thurgau tatsächlich bestehe, sagt Regierungsrat Jakob Stark. Die Thurgauer Landschaft sei schön, aber nicht zu sensibel für Hochbauten. Denkbar seien verschiedene Formen der Verdichtung, etwa Altbauten aufzustocken oder neu zu bauen, Siedlungslücken zu bebauen oder Industriebrachen neu zu nutzen. Zweck des Konzeptes sei es, alle offenen Fragen für Kanton und Gemeinden vorgängig zu klären. «Ziel ist es, dass etwas passiert und dass es richtig passiert.» (id/hal)
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