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Tagblatt Online, 05. Mai 2012 18:22:00

Die Saison ist eröffnet: Die Maikäfer sind unterwegs – vor allem im Oberthurgau

KAEFER Zoom

Maikäfer auf Fingerkuppe. (Bild: Archivbild: Susann Basler)

Es ist ein Urner Flugjahr. Das heisst: Die Maikäfer-Plage sucht uns heim. Unzählige Weibchen legen in diesen Tagen gefrässige Larven ab.

ERIKA PàL

Nervige Summgeräusche und ein unregelmässiges Klopfen durchbrechen dieser Tage die verdiente Nachtruhe. Desorientierte Maikäfer knallen gegen Strassenlampen oder das Schlafzimmerfenster. Die brummigen Insekten haben Flugjahr und in diesem Jahr ist der Oberthurgau betroffen. Die Bewohner von Sulgen, Amriswil und Bischofszell können bereits ein Klagelied singen.

Eiche, Buche und Ahorn

Obwohl der Mai erst begonnen hat, besetzen bereits Tausende Maikäfer die Bäume und Pflanzen der Hobbygärtner und Bauern. Besonders beliebt sind Eichen, Buchen, Ahorn und Obstbäume. Doch nicht der Schaden an den Blättern ist ärgerlich, diese erholen sich bald. Sondern die Früchte der Obstbäume leiden vor allem unter den gefrässigen Insekten. Doch die wahre Plage liegt unter der Erde. Kaum geschlüpft, machen sich die Engerlinge über junge Wurzeltriebe her und richten damit einen beträchtlichen Schaden an. Ganze Wiesen können dem Heisshunger der madenartigen Engerlinge zum Opfer fallen. Ungefähr zwei Jahre lang wachsen sie als Larve heran, um sich in den letzten Monaten in einen Käfer umzuwandeln und geschlechtsreif zu werden.

Die Bekämpfung ist schwierig

Da der Einsatz von Insektiziden verboten ist, muss eine Alternative her. «Seit einiger Zeit gibt es einen Pilz. Der heisst Beauveria brongniartii und kann künstlich gezüchtet werden», sagt Hermann Brenner von der Pflanzenschutzstelle der BBZ Arenenberg. «Dieser Pilz wird auf Getreidekörner wie Gerste gezüchtet und mittels einer Sämaschine in den Boden eingebracht», sagt Brenner.

Der Beauveria Pilz ist ein im Boden natürlich vorkommender Pilz. Kommt der Engerling mit dem infizierten Getreidekorn in Berührung, gehen Pilzsporen auf das Insekt über. Sobald der Schädling vom Pilz befallen ist, verendet dieser etwa 14 Tage nach der Infektion.

Von Naturschützern wird die aktive Bekämpfung der Maikäfer und deren Larven jedoch scharf kritisiert. Denn die Käfer werden von teils gefährdeten Tieren gefressen. Zu ihren natürlichen Feinden gehören Igel, Fledermäuse, Krähen, Baumfalken, Füchse, Dachse und andere Wirbeltiere sowie Viren und Pilze.

Tips für den eigenen Garten

Maikäfer werden erst in der Dämmerung aktiv. Daher bietet es sich an, die Tiere frühmorgens von den Ästen und Sträuchern zu schütteln, um sie einsammeln zu können. Die andere Lösung: Aufspannen von Hagelnetzen. Das engmaschige Netz wird über die Wiese und um den Baumstamm gelegt. Den Weibchen ist es so unmöglich, ihre Eier gut 30 cm unter der Erdoberfläche abzulegen.





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