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Tagblatt Online, 12. Juni 2012 06:18:00

Detaillisten beklagen hohe Umsatzeinbrüche

Euroschwäche

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Immer weniger in der Kasse: Auch im Thurgau spüren die Detaillisten die Folgen des hammerharten Frankens. (Bild: Archiv/Urs Jaudas)

ROMANSHORN. Die Euroschwäche hat dem Thurgauer Detailhandel arg zugesetzt, doch gewisse Massnahmen zeigen Wirkung.

MARTIN SINZIG

Seit einem Jahr kämpfen die Thurgauer Fachgeschäfte mit nachteiligen Währungsverhältnissen. Es waren Hilferufe, die die Geschäftsleitung des TGshop entgegennehmen musste. «Wir wurden zum Teil über bedenkliche Zustände informiert», räumte TGshop-Präsident Matthias Hotz am Samstag am Rande der 100. Jahresversammlung ein.

Zweistellige Umsatzverluste

Viele Ladengeschäfte stellten kantonsweit Umsatzeinbrüche fest. Brennpunkt war die Region Kreuzlingen, aber auch aus den Regionen Romanshorn und Weinfelden gingen Meldungen über erhebliche Verluste ein. Es waren je nach Branche Einbrüche um 15 bis 20 Prozent zu verkraften, erklärt Ralph Schär, scheidendes Vorstandsmitglied aus Kreuzlingen und Inhaber von vier Schuhfachgeschäften.

Einkaufspreise verhandeln

Appelle an Konsumenten, in der Schweiz einzukaufen, wurden rasch erlassen. Als wichtige Massnahme nannte Schär Verhandlungen mit Lieferanten. Es gehe vor allem darum, gleich lange Spiesse mit ausländischen Mitbewerbern zu erhalten. Viele Textil- und Schuhfachgeschäfte müssten hart darum kämpfen. In dieser Sache wurde viel erreicht, das Preisniveau konnte laut Schär schon deutlich angeglichen werden.

Der Detailhandel befinde sich nach wie vor in einer schwierigen Phase. «Wir hoffen auf eine Stabilisierung», so Schär. Würden die Umsatz- und Margeneinbussen weiter voranschreiten, dann gehe es ans Eingemachte. «Wir kämpfen weiter und suchen in unternehmerischer Verantwortung nach Lösungen.» Aushilfskräfte mussten teilweise schon reduziert werden, doch Entlassungen wolle man vermeiden.

100 Jahre Detaillistenverband

TGshop feierte das 100jährige Bestehen des Verbands am Samstag bei einer Schifffahrt auf dem Bodensee. Präsident Matthias Hotz durfte viel Prominenz begrüssen, darunter Regierungsrat Kaspar Schläpfer, die Ständeräte Brigitte Häberli-Koller und Roland Eberle sowie die Nationalräte Markus Hausammann und Christian Lohr. Seitens des Gewerbes waren Max Buholzer, geschäftsführender Vizepräsident des Schweizer Detaillistenverbandes, und Hans Pfäffli, Geschäftsführer der Genossenschaft Pro-Bon, sowie Tony Müller, Vorstandsmitglied des Thurgauer Gewerbeverbands, anwesend.




Leser-Kommentare:
5 Beiträge

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ith.eduard (13. Juni 2012, 09:21)
Faire Löhne, faire Preise!

Wer etwas studiert (nachdenkt), der dann eben in der Schweiz konsumiert! Wir sind doch kein Volk von «Geiz ist geil»! Wer es sich leisten kann - und das sei hier betont - der kauft Schweizer Ware in der Schweiz und stärkt damit den Binnenmarkt! Denn wer nur halbwegs etwas Grips im Hirn hat, kommt drauf, dass er / sie letztendlich das auch für sich selbst tut. Also braucht es hier keine Betriebs- und Volkswirtschaftliche Vorlesung, aber die positive Konsumentenstimmung im Binnenmarkt ist, war und bleibt der starke Motor!

Auf der anderen Seite sei an die Adresse der Grossverteiler mal in aller Deutlichkeit gesagt, dass sie dort auf die Kostenbremse treten sollten, wo sinnlos Geld verschleudert wird. Bei Coop z.B. das Millionenspiel, das Millionen gekostet hat. Einfach sich wieder auf das Kerngeschäft konzentrieren, um ein Top Detaillist zu sein, das gilt für Migros (mit den schlechteren Arbeitsbedingungen) genauso wie für Coop!

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deich (12. Juni 2012, 11:07)
Billiger-teurer?

Kaufe ich in Kreuzlingen ein, dann wiedermal in Konstanz, stelle ich fest, dass in manchen Sparten Produkte existieren - sogar Lebensmittel, die "auf beiden Seiten" nicht sehr unterschiedlich angeboten werden (berücksichtigt man die Qualität). Andererseits ist auffallend, dass in vielen Segmenten eben doch gewaltige Unterschiede erkennbar werden. Ich will das im einzelnen nicht aufschlüsseln. Nur: Der Detaillistenverband täte gut daran, abzuwägen, wo eine Preiskorrektur notwendig und machbar sein müsste. Da das Einkommensniveau "hüben und drüben" sehr unterschiedlich ist, resultiert daraus selbstverständlich auch eine andere Preisgestaltung. Daran wird sich grundsätzlich nichts ändern! Was Kreuzlingen betrifft: Attraktiver werden, spannender! Wo ist der zentrale (etwa Bauern-) Wochenmarkt, der animiert? Wer schafft "Traditionen" neu? Wo ist die "Stadtbeiz"? Wo die sichtbare Jugendkultur im Zentrum? Wo das Kulturcafé? Nur Anregungen?

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miggsauter (12. Juni 2012, 09:24)
Kaufen selbst im Ausland ein....

Gebt doch einfach die Ersparnisse die jetzt mit Produkten aus dem Ausland wegen der tieferen Kurse günstiger eingekauft werden können an die treuen Kunden im Inland weiter. (Siehe Automobilbranche.)Von diesen Gewinnen redet kein einziges anderes Unternehmen in unserem Hochpreisland.

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Andrea65 (12. Juni 2012, 09:06)
Kaufkraft-anpassung

Warum kostet dann derselbe Joya-Schuh der thurgauer Firma umgerechnet fast 100Fr. weniger, wenn ich ihn in Deutschland kaufe? Schamlose Abzocke der schweizer Kunden, und leider nur ein Beispiel von vielen..! In der kleinen Schweiz ist fast überall ein nahes Ausland...

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unbekannt (12. Juni 2012, 08:23)
jammern........

....auf höchstem niveau hat im tg tradition - die ohrfeige für jahrzehntelang völlig überhöhte margen ist zurückgekommen -

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