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Tagblatt Online, 11. Mai 2012 14:19:00

Conny-Land hält Importverbot für willkürlich

Fussball mit Delfin Zoom

Das Conny-Land wird sich gegen ein Importverbot von Delfinen wehren. (Bild: Susanne Basler/Archiv)

LIPPERSWIL. Der Freizeitpark Conny-Land in Lipperswil bezeichnet das gestern von der vorberatenden Kommission des Nationalrats beschlossene Importverbot für Delfine und Wale als willkürlich. «Wenn der Nationalrat diesen Entscheid stützt, wird Conny-Land das Referendum gegen die Revision des Tierschutzgesetzes ergreifen», sagt Geschäftsführer Erich Brandenberger.

«Mit grosser Enttäuschung» habe der Freizeitpark Conny-Land von der knappen Entscheidung der nationalrätlichen Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) Kenntnis genommen, die an ihrer letzten Sitzung ein Importverbot für Delphine und Wale in die Schweiz beschlossen hat.

Gegen den Gleichheitsgrundsatz
«Die Mehrheit der Nationalratskommission hat rein emotional entschieden, obschon es begründete Zweifel an der Rechtmässigkeit eines Importverbotes gibt, das gegen nur eine einzige Wildtierart gerichtet ist», heisst es in einer Medienmitteilung des Conny-Lands. Geschäftsführer Erich Brandenberger bezieht sich dabei auf ein Gutachten der Rechtsanwältin Isabelle Häner. Darin werde festgehalten, dass das Importverbot für Delfine und Wale ungerechtfertigt sei, weil es keine sachlichen Gründe dafür gebe, das Tierschutzgesetz in dieser Form zu ändern. Internationale wissenschaftliche Studien hätten erwiesen, dass die Delfinhaltung das Wohlbefinden der Tiere nicht beeinträchtige und Delfine in Tierparks durchschnittlich sogar länger leben würden als jene in Freiheit. Gemäss dieser Studie, auf die sich das Conny-Land stützt, sei ein solches Verbot zudem verfassungswidrig, weil es gegen den in der Bundesverfassung verankerten Gleichheitsgrundsatz verstosse. «Die Halter von Delfinen würden durch ein solches Verbot anders behandelt als die Halter anderer Wildtiere», zitiert Brandenberger aus dem Gutachten. Die vorgesehene Änderung des Tierschutzgesetzes sei willkürlich und unrechtmässig.

Tod von Delfinen ausschlaggebend
Ausschlaggebend für dieses allfällige Importverbot von Delfinen und Walen sei wohl der Tod von zwei Delfinen im Conny-Land im letzten Jahr gewesen. «Es gibt aber starke Indizien dafür, dass diese beiden Tiere von Dritten böswillig vergiftet worden sind, um das Conny-Land zu diskreditieren», schreibt Brandenberger in der Medienmitteilung weiter. Ein unter Verschluss gehaltener Untersuchungsbericht des Gerichtsmedizinischen Instituts St.Gallen bestätige diese Theorie. «Die Gerichtsmediziner wiesen im Urin beider Tiere ein Opium-Derivat nach, das tödlich wirken kann. Diese Substanz war nie im Besitz der Tierärzte, welche die beiden Delfine behandelt hatten», so Brandenberger weiter. Auch im Conny-Land selbst sei die Substanz nie vorhanden gewesen. Damit sei für die Betreiber des Freizeitparks klar, dass die Substanz von Drittpersonen gezielt in den Futterfisch der beiden männlichen Delphine gemischt worden sei. Die Staatsanwaltschaft Thurgau habe laut Brandenberger um diesen Befund gewusst, aber nie in diese Richtung ermittelt.

Importverbot für andere Wildtiere?
«Wenn der Nationalrat auf dieser Basis tatsächlich ein Importverbot für Delfine und Wale beschliessen sollte, dann werden wir gegen die Revision des Tierschutzgesetzes das Referendum ergreifen», kündigt Conny-Land-Geschäftsführer Brandenberger an. «Es kann ja nicht sein, dass jene, die unsere Tiere vergiftet haben, um uns in Verruf zu bringen, dafür auch noch belohnt werden.»
Das Conny-Land sei mit seinem Widerstand gegen die geplante Revision des Tierschutzgesetzes nicht allein. Auch seitens der grossen Schweizer Zoos und ihres Verbandes «zooschweiz» werde Widerstand laut, heisst es weiter im Communiqué. Die Zoos befürchteten, dass zu einem späteren Zeitpunkt unter Umständen auch der Import anderer Wildtierarten gesetzlich verboten werden könnte. Für Anna Baumann, Mitglied von «zooschweiz», würde mit einem generellen Importverbot von Wildtieren die Aufgabe der Zoos in der Schweiz in Frage gestellt, wie sie auf Anfrage sagt. «Wir brauchen die genetische Variabilität. Der Erhalt und die Zucht von vielen Tierarten ist unsere Aufgabe.» Es könnte durchaus sein, hält sie fest, dass auch «zooschweiz» das Referendum ergreifen würde. (chs)


Leser-Kommentare:
4 Beiträge

Kommentare lesen

Alibaba2012 (14. Mai 2012, 10:10)
genug ist genug

Ich hoffe doch sehr, dass jetzt endlich ein Importverbot ausgesprochen wird. Dem Connyland geht es eh nur ums Geschäft und bestimmt nicht um die "geliebten" Delfine. Jetzt ist es an der Zeit diese Tierquälerei endlich endgültig zu stoppen!

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loewe73 (14. Mai 2012, 08:18)
Ihr geht mir so was von auf den Geist

Hört entlich auf immer mit eurem scheiss geschwafel.Von Tierhaltung habt ihr doch selber keine Ahnung!Euer grösstes Hobby ist es einfach rufmord an dem Connyland zuverüben.Die grössten Tierquäler seit ihr Tierschützer.Das zeigte auch der Beitrag wo eine Tierschützerin aus Deutschland ( sie gehört zu der Organisation 4 Pfoten )mit 19 Katzen und 4 Hunden in einer Wohnung lebt.Die Katzen können nicht einmal ins freie.Und solche Leute soll man noch ernst nehmen?
Wenn die Delfine nicht vergiftet worden wären,würden sie noch Heute in der Lagune im Connyland schwimmen.Und es würde ihnen Heute noch gut gehen.Die Delfine werden gut behandelt im Connyland.Ihr möchte gern Tierschützer würdet euch besser um andere und grössere Probleme kümmern!

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unbekannt (13. Mai 2012, 19:46)
Faule Lügen und Ausreden

Dieses Hickhack verwundert mich immer mehr!
Es wurde nun mal fest gestellt, dass diese Delfine an einer Ueberdosierung von Antibiotikum gestorben sind! Tragisch genug, aber dass die Verantwortlichen, sich da raus reden wollen mit haarsträubenden "Untersuchungsergebnissen", statt etwas ein zu gestehen und dazu zu lernen, denn neuzeitlichen Forschungsergebnissen Folge zu leisten, die nämlich besagen, dass Delfine Lärm nicht ertragen, dass die viel zu kleinen Becken eine Qual sind. In ihrem natürlichen Lebensraum schwimmen sie immerhin etwa 20 km täglich!!!!

Die these mit den Drogen lautet immer wieder anders! Tierschützer sind keine Tiermörder!! Wenn diese Behauptung ein Körnchen Wahrheit hätte, sollten die sich lieber mal fragen, wo das Zeugs denn her kam????

Fakt ist, diese Tiere gehören in die Freiheit!!

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Ybag (13. Mai 2012, 18:20)
es reicht, Lügen über Lügen und freche Behauptungen!

Ich finde, langsam treibt es dieser Brandenberger auf die Spitze. Er beschuldigt Tierschützer, SEINE Delfine vergiftet zu haben. Schon in der Technonacht hab ich erfahren müssen, wie der tickt. Wir haben Schallmessungen von 98.7 dB gemacht aussen am Chateau 1 Std. vor dem Treffen mit den Medien. Dann liess CL die Musik ruhiger stellen, damit, wenn die Polizei da ist, kein Grenzwert überschritten wird. Unsere Messungen, 1 Std. früher, wurden als Lüge abgetan von ihm. Tatsache ist: man hörte und spürte die Musik in der Halle. Jemand der so rücksichtslos ist mit seinen Tieren, lässt sie auch vollpumpen mit Medikamenten jeglicher Art, nur um noch mehr Geld zu verdienen. Und dann - wenn es schiefgeht - schiebt man die Schuld einfach andern zu. So einfach ist die CL-Logik und ein Teil (wenn auch mittlerweile kleiner) der Bevölkerung glaubt diesen Unsinn auch noch. Traurig! Schliesst das Delfinarium endlich, es ist überfällig.

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