Die Lebensretter im Galgenholz

THURGAU ⋅ Etliche Besucher besichtigten das neue Kompetenzgebäude Galgenholz. Feuerwehr, Rettungsdienst und Zivilschutz zeigten ihnen ihr Können.
03. Oktober 2017, 05:17
Hugo Berger

Hugo Berger

thurgau@thurgauerzeitung.ch

«Man muss die Gelegenheit beim Schopf packen, das Kompetenzgebäude zu besichtigen, denn ab morgen ist es nicht mehr öffentlich zugänglich», sagte ein Besucher. Wer sich am Samstag einen Überblick verschaffen wollte, konnte sich mit dem Hebekran in 30 Meter Höhe hieven lassen. Aus dieser Perspektive ist auch die Fotovoltaikanlage auf dem Dach ersichtlich, welche das Gebäude mit Energie versorgt.

Auf dem Ausbildungsgelände boten Zivilschutz, Polizei und Feuerwehr am Nachmittag spektakuläre Rettungsübungen. So staunte wohl mancher Besucher, wie aufwendig und heikel eine Rettung aus einem Unfallauto sein kann; dies insbesondere, wenn der Verdacht besteht, der Verunfallte habe sich am Rücken verletzt. Weil sich bei einem Unfall zumeist die Türen verklemmen und nicht mehr öffnen lassen, muss der Verunfallte mit hydraulischen Geräten aus dem Schrottauto befreit werden.

Nicht weniger heikel war die Aufgabe des Zivilschutzes: die Sicherung eines Gebäudes, das vom Einsturz gefährdet ist. Hierzu wird die einsturzgefährdete Fassade mit einem Skelett von Stangen gesichert und gestützt. Wohl mancher Zuschauer hielt den Atem an bei der Rettung eines «Verletzten». Bei der Annahme, das Treppenhaus stehe in Flammen, erfolgte diese über die Fassade.

Vorsicht mit Blaulicht

Wer hat schon mal ein Notfalleinsatzfahrzeug von innen gesehen? Grosses Interesse weckte dieses Gefährt vor allem bei den Kindern. Und da ging sogar der Herzenswunsch eines Buben in Erfüllung: Er durfte sich hinter das Steuer setzen. «Das muss ein tolles Gefühl sein, mit diesem Auto zu fahren», meinte er. Doch Simon Kummer, der dieses Fahrzeug fährt, sieht es nüchtern. «Man kann nicht einfach lospreschen. Das Unfallrisiko, mit diesem Auto zu fahren, liegt siebenmal höher als bei einem normalen Fahrzeug.»

Mit dem Ersatzbau hat das Ausbildungszentrum Galgenholz eine zeitgemässe Infrastruktur für den Bevölkerungsschutz erhalten. Genutzt wird er von verschiedenen Partnern und kantonalen Ämtern wie dem Bevölkerungsschutz, der Armee, Polizei, Feuerwehr und dem Zivilschutz.


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