Tierliebe ohne Grenzen

KONSTANZ. Deutsche hungern für Schweizer Delphine: Fünf deutsche Tierschützer verzichteten aus Sympathie für die Meeressäuger am Samstag und Sonntag auf Nahrung. Sie wollen ein Delphin-Importverbot für die Schweiz erreichen.
12. September 2011, 06:51
Anja Zeller

Wer Samstag oder Sonntag am Seeufer von Klein Venedig spazieren ging, mag sich gewundert haben, was dort im Wasser los war. Sechs Männer, zum Teil in Neoprenanzügen, schwimmen im See und bilden an der Landesgrenze eine Kette mit aufblasbaren Gummidelphinen. Ihre Forderung: ein Importverbot für Delphine in der Schweiz.

Demo mit 20 Teilnehmern

Organisiert wurde die Demonstration, an der rund 20 Personen teilnahmen, von den deutschen Tierschutzorganisationen ProWal und dem Wal- und Delphinschutz-Forum. Die beiden Gruppen führen schon seit längerem immer wieder Demonstrationen gegen das Connyland in Lipperswil durch. In der letzten Woche veröffentlichte ProWal auf ihrer Homepage Stellungnahmen von Schweizer Parteien zum Thema Schliessung des Delphinariums im Connyland. Mehrere unter ihnen stellen dabei die Frage, wieso die deutschen Delphinliebhaber sich in den Tierschutz in der Schweiz einmischen. Andreas Morlok, der Geschäftsführer von ProWal, sagt dazu: «Tierschutz kennt keine Grenzen. Wir engagieren uns weltweit.»

Aus Solidarität gehungert

Den Hungerstreik erklärt Morlok damit, dass Meeressäuger in Gefangenschaft weniger Nahrung als in freier Wildbahn bekämen. «Die Tiere werden für Vorführungen mit Futter belohnt. Ein satter Delphin würde keine Kunststücke machen.» Aus Solidarität mit den Tieren verzichten fünf Demonstranten deswegen zwei Tage lang auf Essen. Übergeordnetes Ziel der Tierschützer ist es, dass das Delphinarium im Connyland geschlossen wird.

Petition zur Schliessung

Am Seeufer in Konstanz können sich Passanten an einem Stand über die Tierschutzorganisationen und deren Aktionen informieren. Immer wieder bleiben Spaziergänger stehen, stellen Fragen und tragen sich in eine Petition zur Schliessung des Delphinariums in Lipperswil ein.

Der Freizeitpark selbst sah dem Hungerstreik im Vorfeld gelassen entgegen. «Bei der Demonstration im August vor dem Connyland haben die Tierschützer von uns Essen angenommen», sagte damals Erich Brandenberger vom Connyland.


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