Thurgau passt Lehrplan 21 beim Fach Französisch an

Im Thurgau werden Schulkinder künftig erst aber der Sekundarstufe Französisch lernen. (Mareycke Frehner)
Der Thurgau passt den Lehrplan 21 an kantonale Bedingungen an. Dazu gehört die Verschiebung des Französischunterrichts auf die Sekundarstufe. Eine Vernehmlassung ist im Jahr 2016, die Einführung auf das Schuljahr 2017/2018 geplant.
12. November 2014, 15:13
Mit dem gemeinsamen Lehrplan wollen die deutsch− und mehrsprachigen Kantone ihre Volksschulen harmonisieren. Das 470 Seiten starke Instrument für die Grobplanung des Unterrichts und die Gestaltung der Lehrmittel enthält 1095 Grundansprüche und 363 Kompetenzen.

"Der Kanton Thurgau hat intensiv am Lehrplan 21 mitgearbeitet und ist mit dem Resultat sehr zufrieden", sagte Bildungsdirektorin Monika Knill (SVP) am Mittwoch vor den Medien. In den kommenden Monaten werde eine Arbeitsgruppe, der Lehrer, Schulleiter, Mitarbeiter des Kantons und der Pädagogischen Hochschule angehören, den Lehrplan 21 an Thurgauer Verhältnisse anpassen.

Keine Harmonisierung bei Sprachen
Dazu gehöre auch die Abschaffung des Frühfranzösisch, die das Thurgauer Kantonsparlament im August beschlossen hatte. Französisch wird im Thurgau künftig erst in der Oberstufe unterrichtet, das heisst, die Unterrichtsdauer wird von fünf auf drei Jahre verkürzt. Weil es insgesamt gleich viele Französisch-Lektionen gebe, könnten Thurgauer Schüler am Ende der obligatorischen Schulzeit nicht schlechter Französisch als andere, sagte Knill.

Bei der Sprachenfrage sei das Hauptziel des Lehrplans 21, das Volksschulwesen stärker zu koordinieren, nicht erreicht worden. "Weil von Anfang an klar war, dass es keinen Konsens geben würde, hat die Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK) die Sprachenfrage bei der Diskussion über den Lehrplan 21 ausgeklammert", sagte Knill.

6680 Lektionen in elf Jahren
Im Frühjahr 2016 wird der angepasste Lehrplan 21 in die Vernehmlassung geschickt. Ab dem Schuljahr 2017/2018 soll er eingeführt werden, und zwar in einem vier Jahre dauernden Schulentwicklungsprozess. Im Thurgau stehen in den elf obligatorischen Schuljahren insgesamt 6680 Lektionen zur Verfügung (Luzern: 5928, Wallis: 7119 Lektionen). Dank dieser komfortablen Situation brauche es gegenüber den geltenden Lehrplänen aus dem Jahr 1996 keine teuren Aufstockungen, sagte Knill. (sda)

Leserkommentare

Anzeige: