Mailterror wegen Technoparty im Connyland

Die Tierschützer befürchten, dass der Lärm der Technoparty die Delfine stressen könnte. (Reto Martin / Archiv)

LIPPERSWIL. Am Samstag findet im Connyland in Lipperswil eine Technoparty statt. Weil der Lärm Stress für die Delfine im Freizeitpark sei, wollen Delfinschützer die Party verhindern. Das Veterinäramt des Kantons Thurgau sieht dafür keinen Grund.

25. Oktober 2011, 11:17
Mehrere hundert Partygänger werden am Samstagabend zur Technoparty im sogenannten «Chateau» im Connyland erwartet. Mit einer Vielzahl von Mails wollen Delfinschützer diesen Anlass verhindern. Innert 24 Stunden verschickten die Aktivisten über 150 Mails an den Chef des Departements für Inneres und Volkswirtschaft, an den Kantonstierarzt sowie den Gemeindeammann von Wäldi, wie die Thurgauer Staatskanzlei mitteilt.

Stress für Delfine?
Das Veranstaltungsgebäude sei nur etwa 50 Meter vom Delfinarium entfernt und die Party, zu der 800 Gäste erwartet werden, dauere 16 Stunden, empören sich die deutschen Delfin- und Walschutzorganisationen ProWal und das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF). «Wir befürchten, dass die Delfine unter Stress leiden werden», teilen die Organisationen in einer Mitteilung mit. Auf Facebook wurde international zu Protesten aufgerufen. Eine solche Veranstaltung neben einem Delfinarium sei verantwortungslos.

Kantonstierarzt vor Ort
Das Veterinäramt sieht keinen Grund für ein Verbot. Das «Chateau» diene seit Jahren Anlässen dieser Art. Es sei so gebaut worden, dass sich Lärm gegen aussen auf ein «verantwortbares Mass» beschränke. Zudem sei wissenschaftlich nicht erhärtet, dass sich allfälliger Lärm von wenigen Stunden negativ auf das Wohlbefinden der Delfine auswirke. Bei Lärmeinwirkung sei es möglich, dass sich die Tiere kurzfristig anders verhalten. Schäden seien jedoch eher unwahrscheinlich, heisst es in der Mitteilung des Kantons Thurgau weiter. «Trotzdem wird der Kantonstierarzt am kommenden Samstag vor Ort im Connyland eine Kontrolle durchführen und das Verhalten der Delfine beobachten.»

Im Weiteren zeigen sich der Departementschef und der Kantonstierarzt befremdet über das Vorgehen der Tierschützer. Mit der organisierten Zustellung von weit über hundert Mails mit wörtlich gleichem Inhalt in kurzer Zeit werde für die Empfänger die Arbeit mit dem PC erschwert oder gar verunmöglicht. (pd/ybu)

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