Delphine gehen auf die Reise

LIPPERSWIL. Noch bis Ende nächster Woche können Tierliebhaber im Connyland Delphine bewundern. Dann werden Chicky, Angel und Secret ins Ausland gebracht. Das von Bern verhängte Importverbot stösst in der Region nach wie vor auf Unbehagen.
11. Oktober 2013, 15:03
INGE STAUB

Nadja Gasser ist traurig. In wenigen Tagen muss sich die Delphintrainerin und Mitbesitzerin des Connyland von ihren Lieblingen verabschieden. Die Delphin-Mutter Chicky und ihre beiden Söhne Angel und Secret verlassen den Freizeitpark. Nicht nur die Familie Gasser beklagt diesen Verlust.

«Das stimmt mich traurig», sagt Adrian König, Gemeindeammann von Wäldi. «Der Berner Entscheid stösst in unserer Region nach wie vor auf Unbehagen. Die Delphine waren ein Zuschauermagnet.» Durch das Delphinarium habe sich das Connyland von anderen Freizeitparks unterschieden. Der Gemeindeammann findet es schade, dass Familien, die sich keine Reise in ferne Länder leisten können, nun keine Gelegenheit mehr hätten, Delphine in der Schweiz zu erleben.

Neuer Platz bleibt geheim

Das Parlament hatte im Mai 2012 ein Importverbot für Delphine beschlossen. Da das Connyland nun keine Delphine mehr für die Nachzucht importieren kann, wird die Anlage nun geschlossen. Das Connyland hat für die drei Meerestiere einen neuen Platz gefunden. Wo, das will Geschäftsführer Erich Brandenberger nicht verraten: «Darüber informieren wir erst, wenn die Tiere gut in ihrer neuen Heimat angekommen sind.»

Deutschland ist auszuschliessen. Auch im Nachbarland wird die Haltung von Delphinen kritisch hinterfragt. Im vergangenen Jahr gab der Zoo Münster sein Delphinarium auf. Die Meerestiere sind noch in zwei Zoos, in Duisburg und in Nürnberg, anzutreffen. Weltweit gibt es rund 150 Delphinarien, davon rund 30 in Europa. Seit 2000 sind vor allem in den Feriendestinationen Süd- und Osteuropas Delphinarien entstanden.

Artgerecht in Florida

Da sich die neue Heimat der Delphine in einer Distanz befindet, die mit Flugzeug zurückgelegt werden muss, kommt neben der Türkei und Südspanien auch Florida in Frage. Als vorbildlich für eine artgerechte Haltung gilt das Dolphin Research Center in Florida. Hier können die Tiere in einer abgetrennten Meeresbucht in natürlichem Meereswasser tummeln.


Leserkommentare

Anzeige: