Connyland: Keine Tierquäler

Das Connyland erzielt vor Gericht einen Erfolg. Zwei deutschen Tierschutzorganisationen wird verboten, den Freizeitpark oder dessen Mitarbeiter als Tierquäler zu bezeichnen.
18. Oktober 2012, 08:35
URS BRÜSCHWEILER

KREUZLINGEN. Der Freizeitpark Connyland wird seine Delphine abgeben. Das im Frühling revidierte Tierschutzgesetz mit einem Importverbot für diese Tiere liess den Betreibern keine andere Wahl. Vielleicht einen kleinen Trost für den verlorenen Kampf stellt der gestrige Entscheid des Kreuzlinger Bezirksgerichts dar.

Dieses verbot den beiden deutschen Organisationen ProWal und Wal- und Delphinschutz-Forum (WDSF) das Connyland und deren Mitarbeiter als «Tierquäler» zu bezeichnen. Der Lipperswiler Freizeitpark hatte im Sommer 2011 gegen die Tierschützer, welche aus allen Rohren gegen ihn schossen und die Delphinhaltung harsch kritisierten, eine Klage wegen Persönlichkeitsverletzung eingereicht. Mittels einer superprovisorischen Verfügung und dem Erlass von vorsorglichen Massnahmen verbot der Richter schon damals diese Bezeichnung. Das Thurgauer Obergericht stützte den provisorischen Entscheid.

Der Vertreter von ProWal fehlte

Gestern standen sich die Kontrahenten im Gerichtssaal gegenüber. Doch einer fehlte. Im Gegensatz zu den Geschäftsführern des Connylands und des WDSF, Erich Brandenberger und Jürgen Ortmüller, war Andreas Morlok von ProWal der Verhandlung unentschuldigt ferngeblieben. Der Anwalt des Connylands führte aus, die Organisationen hätten wiederholt und in aggressiver Weise die Bezeichnung Tierquäler verwendet, in E-Mails, Zeitungsartikeln oder im Internet, etwa auf einem YouTube-Video. Dies impliziere eine strafbare Handlung. Tatsache sei aber, dass im Connyland keine solche ausgeführt werde. Die Vorgaben des Tierschutzgesetzes würden stets erfüllt und sogar übertroffen.

Der Anwalt des WDSF hielt sich kurz. Er war nicht vorbereitet, ein Plädoyer zu halten. In Deutschland laufe das anders, erklärte er. Er argumentierte, dass es sich lediglich um eine Meinungsäusserung und nicht um eine Tatsachenbehauptung handle. Das Gericht sah das anders. Tierquälerei sei ein Straftatbestand nach dem Tierschutzgesetz. Es sei persönlichkeitsverletzend jemanden so zu betiteln, solange er deswegen nicht verurteilt wurde.

Das Urteil müssen die Organisationen jedoch nicht auf ihren Homepages veröffentlichen. Das sei nicht nötig, fand das Gericht. Soweit man es überblicken könne, fänden derzeit keine Verstösse mehr statt.

Busse ausgesprochen

Seit dem Erlass des provisorischen Verbots hatte Jürgen Ortmüller im Internet weitere Male das Connyland mit Tierquälerei in Verbindung gebracht. Er erhielt dafür eine Busse von der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen.


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