Verleger der Papst-Schriften

WÄNGI ⋅ Über den Namensgeber des Hoeplihauses in Tuttwil war bisher wenig bekannt. Ein Referat von Joseph Jung änderte dies.
16. November 2017, 07:56

Der Kulturkreis Hinterthurgau und das Ortsmuseum Wängi organisierten ein Referat im Restaurant Linde in Wängi und konnten als Referenten den Historiker, Hoepli-Biografen und Geschäftsführer der Ulrico- Hoepli-Stiftung Joseph Jung gewinnen. Der Anlass fand dermassen grossen Anklang, dass der Saal aus allen Nähten platzte. Dem Referenten gelang es, in einem lebendigen und illustrierten ­Vortrag die Zuhörer ins frühe 19. Jahrhundert mitzunehmen.

In Untertuttwil kam 1847 Ueli Höpli als Sohn eines Landwirts und einer Hutmacherin zur Welt. Als 23-Jähriger zog er nach Mailand, wo er dann als Buchhändler Ulrico Hoepli eine kleine Buchhandlung mit Buchbinderei erwarb. Dank seines Fleisses und Geschicks, aber auch seiner angenehmen Umgangsart und glücklichen Umständen entwickelte sich sein Geschäft zu einem äusserst erfolgreichen Unternehmen. Er verlegte Tausende von Büchern und hatte die Ehre, die Schriften für den König und den Papst herauszugeben.

Seine Ehe blieb kinderlos, was auch dazu beitrug, dass ­Hoepli seinen Reichtum grosszügig teilte. Er gründete dazu schon zu Lebzeiten eine Stiftung, aus deren Erlösen bis heute kulturelle Projekte unterstützt werden. Der fünfte Band des «Wängener Hefts» wird nächstens erscheinen, auch dieses mit finanzieller Unterstützung der Ulrico-Hoepli-Stiftung. (red)


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