Um 180 Grad besser

WILEN ⋅ Die neue Asylunterkunft ist fertig. Dieses Wochenende öffneten sich die Türen für einen Vergleich zwischen der neuen und der vorherigen Bleibe. Noch sucht die Gemeinde nach weiteren Asylsuchenden.
02. Oktober 2017, 07:20
Christoph Heer

Christoph Heer

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Sie löste oft Kritik aus, die Zivilschutzanlage. Dort wo die Asylsuchenden untergebracht waren, stinke es, man habe keinen Platz, oder es sei viel zu dunkel, waren nur einige negative Statements, die beim Tag der offenen Tür am Samstag zu hören waren. Viele Interessierte nutzten die Gelegenheit, noch einmal – oder auch zum ersten Mal – einen Augenschein vor Ort zu nehmen.

Diese Zeit ist jetzt aber für die sieben in Wilen untergebrachten Asylsuchenden vorbei, denn der «Neubau» ist fertiggestellt. Neubau ist eigentlich ein falscher Ausdruck, doch wenn man Parallelen zur Zivilschutzanlage zieht, kommt es einem Neubau schon sehr nahe. In Wahrheit wurden die zehn Container dem Regionalen Alterszentrum Tannzapfenland in Münchwilen für 30000 Franken abgekauft, nach Wilen transportiert und neben dem Gemeindehaus wieder aufgebaut.

Total sind Kosten von rund 250000 Franken angefallen. Dass das Ganze derart speditiv und in nur drei Monaten über die Bühne gegangen ist, verdankt Gemeindepräsident Kurt Enderli unter anderen zwei Personen. «Peter Büchi als Bauleiter und Raimondo Baumgartner als Fachperson im architektonischen Bereich haben mit ihrem grossen Engagement wichtige und tolle Arbeit geleistet.»

Fünf Gemeinden zeigen Interesse

Damit die Ausgaben der Unterkunft nun dank der Beiträge seitens des Bundes gedeckt werden können, sind zehn Asylsuchende nötig. Da momentan nur sieben anwesend sind, begab sich Kurt Enderli unlängst auf die Suche nach «neuen Bewohnern». Das Gemeindeoberhaupt bestätigt auf Anfrage, dass man erste Rückmeldungen erhalten habe. So seien aktuell fünf andere Gemeinden daran interessiert, Asylsuchende abzugeben. «Mehr können wir dazu noch nicht sagen. Diese Woche werden wir noch weitere, detaillierte Gespräche führen und dann sehen wir weiter.»

Enderli bekräftigt aber in seinen Aussagen, dass die Auslastung schon in naher Zukunft gewährleistet sein soll. Am Samstag freute er sich aber zuerst über die Fertigstellung der neuen Unterkunft. «Ich habe enorme Freude daran. Ein unglaublicher Unterschied, wenn man von der alten Zivilschutzanlage direkt die neue Unterkunft betritt.»

Es war ein stetes Kommen und Gehen, das Interesse – nicht nur bei der Wilener und Rickenbacher Bevölkerung – war gross. Aus Herdern war Franz Weber angereist und sagte, dass dies doch mal eine wunderbare neue Unterkunft sei. Eine tolle Sache mit grossem Nutzen für die Gemeinde und für die Asylsuchenden. Als «sehr gut bewohnbar mit grosszügigen und hellen Zimmern» bezeichneten Martin Stadler und Irma Schmid (Wilen) die Unterkunft. Und mit Reni Rohrer lobte auch eine direkte Anwohnerin die neue Situation für die Asylsuchenden: «Ich mag ihnen die helle Unterkunft mit der neugewonnenen Privatsphäre und der grosszügigen Küche gönnen. Als ich zum ersten Mal die Zivilschutzanlage betrat, erschrak ich regelrecht, ob der Zustände dort drin.»


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