Tagblatt Online, 02. August 2012 07:18:00
Toni Brunner kehrte zurück
Wiedersehen: Toni Brunner im Gespräch mit seinem ehemaligen Lehrmeister Markus Sprenger, Esther Friedli und Matthias Sprenger. (Bild: Mario Testa)
WÄNGI. Der Präsident der SVP Schweiz, der sein erstes landwirtschaftliches Lehrjahr in Eggetsbühl bei Wängi absolvierte hatte, beschwor an der 1.-August-Feier die Unabhängigkeit der Schweiz.
PHILIPP HAAG
Während der bekannteste Wängemer SVP-Exponent, Nationalratspräsident Hansjörg Walter, gestern abend in Sirnach einen Oldtimertraktor chauffierte, fuhr ein anderes Partei-Schwergewicht, der Präsident der SVP Schweiz, Toni Brunner, mit einem modernen schnittigen Wagen bei der Dammbühl-Halle in Wängi vor. Den Weg von Grosswangen (LU), wo Brunner am Nachmittag als 1.-August-Festredner aufgetreten war, in die Hinterthurgauer Gemeinde musste der Parteipräsident nicht suchen, war es für ihn ein Nach- Hause-Kommen, ein wenig zumindest. In den Jahren 1990/91 hatte Brunner sein erstes landwirtschaftliches Lehrjahr bei der Familie von Markus Sprenger in Eggetsbühl absolviert.
Erster Kontakt mit der SVP
Die Rede zum Geburtstag der Schweiz in Wängi zu halten, sei «eine emotionale Angelegenheit», bekannte Brunner, der von Gemeindeammann Benno Storchenegger als Politiker «mit Ecken und Kanten» angekündigt wurde, dann auch. Und dies erst recht, weil er bei Familie Sprenger erstmals enger mit der SVP in Kontakt gekommen war. Markus Sprenger, der wegen seines ehemaligen Schützlings die Bundesfeier besuchte, hörte mit seinem Sohn Matthias, wie der Parteipräsident die direkte Demokratie, die Unabhängigkeit und Selbstbestimmung der Schweiz lobte. Während in Europa eine Schulden-, eine Euro-Krise und in vielen Ländern Armut herrsche, sei die Schweiz dank dieser Errungenschaften weitgehend verschont geblieben.
Die Arbeit im Hintergrund
Auch wenn heute nicht mehr gross über einen EU-Beitritt gesprochen werde, arbeite der Bundesrat im Hintergrund an einer Annäherung. Der St. Galler Nationalrat nannte ein Energieabkommen, ein institutionelles Abkommen, das die Unterordnung der schweizerischen Rechtsordnung unter diejenige der EU mit sich bringe. Brunner stuft dies als Angriff auf die Unabhängigkeit, die Selbstbestimmung und Souveränität, «Grundpfeiler der Schweiz» , ein. Diese bewährten Säulen, die zu Sicherheit – ganz SVP-Stratege, stellte Brunner noch eine Verbindung zur von der Partei initiierten Durchsetzungs-Initiative her – und Wohlstand geführt hätten, müssten darum immer wieder aufs Neue verteidigt werden. Aus diesem Grund sei Wachsamkeit «von uns allen» angezeigt, «denn Freiheit und Selbstbestimmung sind für ein Volk nach wie vor die höchsten Errungenschaften».
Voller Inbrunst sang Brunner dann auch gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin Esther Friedli, die ihn nach Wängi begleitet hatte, die Nationalhymne mit, welche das Jodelchörli Murgtal angestimmt hatte.
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deich (02. August 2012, 08:43)
Reflektieren
Dass Brunner Mühe hat, selbst zu reflektieren, weiss man. Daher bringt er stets alles aufs Tapet, was ihm sein Mentor aufgegeben hat und noch immer aufgibt. Er ist entsprechend eine Kopie vom anderen Herrn B. Warum "in vielen Ländern Armut herrscht", lässt sich nun mal nicht einfach aus einem Wohlstandsland heraus interpretieren. Da müsste bei der Frage angesetzt werden, warum die Schweiz, etwa durch eine formidablen Steuergesetzgebung (Oase) für Private und Firmen aus dem Ausland, noch immer bemüht ist, den Wohlhabenden der "armen Länder" das Geld zu entziehen, welches eigentlich im "armen Land" arbeiten sollte. Ein bereits reiches Land, wie die Schweiz, sollte nicht als Steigbügelhalter für Überreiche in die Geschichte eingehen. Die erkennbar langsam überforderte Infrastruktur, die Ballung, ist ein äusseres Zeichen des nicht endenden Wohlstandsstrebens dieser Tage. So am 1.8. zu reflektieren wäre damit "die höchste Errungenschaft"!
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