Tagblatt Online, 01. Juli 2012 10:44:00
Thurgauer «Blick»-Girl: Nackte Tatsachen zum Abschied
Volle Aufmerksamkeit für Manuela Thalmann: Die Gäste des Restaurants Reaktiv in Tuttwil freuen sich mit der jungen Kellnerin über das Bild auf der Titelseite des «Blicks». (Bild: Mario Testa)
TUTTWIL. Manuela Thalmann aus Tuttwil lächelte gestern fast hüllenlos als «Blick»-Girl von der Titelseite des Boulevardblatts. Am Tag der Schliessung des Restaurants Reaktiv bedankte sich die 23-Jährige mit dem Foto bei ihren Stammgästen.
MARIO TESTA
Der grosse Tisch draussen vor dem Restaurant Reaktiv in Tuttwil war gestern bei strahlendem Sonnenschein stets gut besetzt und das Gesprächsthema gesetzt. «Kennsch die?», fragt Adolf «Dölf» Odermatt einen Neuankömmling und wirft ihm eine Zeitung zu, kurz nachdem dieser sich gesetzt und bei der Kellnerin einen Kaffee bestellt hat. «Ja klar», ist die kurze Antwort, gefolgt von einem verschmitzten Grinsen und einem weiteren langen Blick auf die Titelseite.
Das barbusige «Blick»-Girl ist niemand anderer als die Kellnerin, die ihm just in diesem Moment den georderten Kaffee auf den Tisch stellt. Sie heisst Manuela Thalmann, ist 23 Jahre alt, gelernte Buchhalterin und arbeitete bis gestern als Kellnerin im Restaurant ihrer Eltern. «Wir müssen das Restaurant schliessen, weil es einfach zu wenig rentiert», erklärt die junge Frau. «Als Dankeschön zum Abschluss habe ich für unsere Stammgäste die Fotos von mir machen lassen.»
Überzeugungsarbeit war nötig
Auf die Idee, sich als «Blick»-Girl zu melden, brachte sie Stammgast Dölf. «Er kommt jeden Morgen ins Restaurant und liest hier die Zeitungen. Vor etwa einem halben Jahr hat er zu mir gesagt, ich solle mich doch als «Blick»-Girl bewerben», sagt Thalmann. «Anfangs hat sie nicht so begeistert auf diesen Vorschlag reagiert», wirft Dölf ein. «Aber als ich ihr sagte, so ein Foto gäbe 300 Franken, hat sie sich offenbar angemeldet, wie man sehen kann.»
Die Reaktionen, die Manuela Thalmann auf ihr Foto im «Blick» erhält, sind durchwegs positiv. Die Männer am Stammtisch muss man gar nicht erst fragen; ihre fröhlichen Gesichter im Gespräch mit der Kellnerin und die verschmitzten Blicke auf die Titelseite des Boulevardblatts sprechen Bände. Aber auch die Frauen, welche aus dem Fitnessstudio, gleich oberhalb des Restaurants kommen, nicken anerkennend beim Betrachten des Bilds. «Mutig, mutig. Ich würde mich das nicht getrauen», sagt eine.
Sehr zufrieden mit den Bildern
Sich halbnackt vor einer Kamera zu räkeln ist für Manuela Thalmann nicht ganz neu. «Ich habe für mich privat auch schon Aktbilder machen lassen», sagt sie. «Eigentlich wollte ich für den <Blick> aber nicht <oben ohne> aufs Bild. Beim Fotoshooting hat es sich aber so ergeben. Was soll's, die Fotos sind toll, und das sind ja nur Brüste, die man da sieht.»
Eines ist für Thalmann klar: «Hätten wir das Restaurant nicht schliessen müssen, gäbe es dieses Foto von mir im <Blick> nicht.» Das Restaurant bauen Thalmanns nun zu einer Wohnung um. Ein Teil der Gaststube bleibt jedoch als Bistro und Bar für die Besucher des Fitnesscenters erhalten.
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