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Tagblatt Online, 28. April 2012 12:16:00

«Südthurgau hat sich erledigt»

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HEV-Präsident Paul Hug. (Bild: sdu)

WÄNGI. An der Hauptversammlung des Hauseigentümerverbandes Hinterthurgau zeigte sich Präsident Paul Hug angriffig. Seine Spitzen gingen in Richtung Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf. Für Unterhaltung sorgte der nationale Präsident.

SIMON DUDLE

Der Jahresbericht von Jakob Hug, dem in Wilen wohnhaften Präsidenten des Hauseigentümerverbandes Hinterthurgau, hatte es in sich. Zwar sprach er davon, dass 2011 in der Region ein ruhiges Jahr gewesen sei, und trotzdem war ein gewisser Unmut unüberhörbar. «Ich vermisse schon, dass der Bundesrat und auch das Parlament nicht massiver auftreten, nicht nur gegen Amerika, sondern auch gegenüber Deutschland und generell gegen die EU. Lassen wir uns doch nicht alles gefallen», sagte Hug und erntete dafür Applaus. Im Zentrum seiner Ausführungen standen zwei Bauspar-Initiativen. Die erste wurde im März abgelehnt, eine zweite kommt im Juni vors Volk. Diesbezüglich bekam Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf ihr Fett ab. «Sie hat uns in der Vergangenheit bekämpft und will uns auch in Zukunft bekämpfen, wo es nur geht. Geschickt hat sie den Termin für die beiden Initiativen nicht zusammengenommen, wie das bei einer fairen Ausmarkung normal wäre», sagte Hug.

Egoistisch denken

Der Hinterthurgauer HEV-Präsident stichelte sogleich weiter: «Jetzt stehen wir als Steuererhöher da. Es ist aber nicht so, ganz im Gegenteil. Unsere Abklärungen haben ergeben, dass durch das Bausparen volkswirtschaftlich Mehreinnahmen entstehen und in keiner Art mittelfristig Steuererhöhungen anfallen. Aber das ist halt so, wenn man als Finanzministerin in diesem Fall die Zusammenhänge nicht erkennen will.» Hug rief dazu auf, dass man auch egoistisch sein müsse, um den eigenen Kindern und Enkelkindern den Traum von eigenen vier Wänden erfüllen zu können.

Im kantonalen Kontext war Regierungsrat Bernhard Koch eine Zielscheibe. Hug sagte: «Leider stellte sich Koch bei der Bauspar-Initiative gegen uns. Das finde ich äusserst schade. Wenn er sich beim basellandschaftlichen Kollegen seriös erkundigt hätte, wäre seine Haltung anders.»

Fluglärm kein Thema

Im Bezug auf die Ereignisse im Hinterthurgau waren die Aussagen weniger bissig. Für Freude bei vielen der über 300 anwesenden Hauseigentümer sorgte Hugs Aussage, dass man beim Namen «Hinterthurgau» geblieben ist. «Die Diskussion um den hat sich nun erledigt», sagte der Präsident. Der Verband ist auch im vergangenen Jahr gewachsen, und an der Versammlung wurde das 2700. Mitglied – August Bürgi aus Dussnang – geehrt. In nützlicher Frist soll, geht es nach Hug, die 3000er-Marke geknackt werden.

Kein grosses Thema war der Fluglärm – und dies ganz bewusst. «Wir wollen dem nicht dreinreden, obwohl wir ihn natürlich unterstützen und auch Mitglied sind. Zudem haben wir nicht die gleiche Klientel. Einige unserer Leute gewöhnen sich an den Fluglärm – leider», sagte Hug auf Nachfrage. Nationalratspräsident Hansjörg Walter, der ebenfalls einen Auftritt hatte, nahm sich auch kurz des Themas Fluglärm an. «Es gibt eine enorme Zunahme im Flugverkehr in der Schweiz. Ein möglicher Vertrag wird immer die schlechtere Lösung sein, auch für den Hinterthurgau», sagte der Wängemer bei seinem Heimspiel.

Wilen: Paradiesische Preise

Für kurze Weile war im letzten Abschnitt des offiziellen Teils gesorgt. Dabei hatte Ansgar Gmür, Präsident des HEV Schweiz, einen Auftritt, bei dem deutlich wurde, dass er in seiner Freizeit auch als Unterhalter auftritt. In seinem Referat ging er auf die Region ein und bezeichnete die Hauspreise in Münchwilen als «moderat» und in Wilen als «paradiesisch». Zudem prognostizierte er, dass die Hypothekarzinsen nicht unter zwei Prozent bleiben und es eine Inflation geben wird.




Leser-Kommentare:
1 Beitrag

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deich (30. April 2012, 08:53)
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Da hat einer (HEV-Hug) sein Mütchen gegenüber Bern (genaueres Zielgebiet: Frau W-S) geprobt. Und dann verpasste er noch in einem Rundumschlag Amerika und (natürlich!) Deutschland und der ach so ungeliebten EU jene Schelte, die jeweils mit sicherem Applaus der geneigten Zuhörer endet, bevor es dann zum gemütlicheren Teil übergeht.

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