Tagblatt Online, 25. Juni 2012 07:14:00
Schulen bleiben immer jung
Schülerinnen und Schüler führen ein farbenfrohes Festspiel zum runden Geburtstag auf. (Bild: Ruedi Steiner)
SIRNACH. 700 Knaben und Mädchen sowie mehrere hundert Besucher feierten am Wochenende das 100-Jahr-Jubiläum von Schulhaus Breite und Sekundarschule Sirnach. Höhepunkte waren das Festspiel und das multikulturelle Verpflegungsangebot.
RUEDI STEINER
«Wenn man als Mensch hundert Jahre alt wird, neigt sich der Lebenszyklus definitiv und absehbar dem Ende zu. Bei Schulen in diesem Alter ist das anders, sie werden eigentlich nicht alt, sondern nur erfahrungsreicher und bestenfalls altehrwürdig», begrüsste Urs Schrepfer, Präsident der Volksschulgemeinde Sirnach, die Schüler, Schülerinnen und mehreren hundert Gäste im Festzelt auf der Geeren.
Schulen bleiben immer jung
Bei Schulen sei das anders, denn hier lernen und arbeiten immer wieder aufs Neue junge Menschen. Mit ihren Wünschen, Träumen und Ideen bewirken sie sozusagen eine ständige Frischzellenkur, fuhr Schrepfer fort.
Dass Schulhäuser eine spezielle Anziehungskraft ausüben, bewiesen am Wochenende am Doppeljubiläum viele ehemalige Schülerinnen und Schüler, die ihre Schulzeit in einem oder sogar beiden Schulhäusern absolviert haben. Anders als noch vor hundert Jahren leben indes heute in den Schulhäusern viele Nationen zusammen, und den Schülern und Schülerinnen werden Toleranz, gegenseitiger Respekt und Rücksichtnahme als Werte vermittelt. Diese kulturelle Vielfalt und die Internationalität gehörten heute zur Identität der Schulgemeinschaft, schloss der Schulpräsident seine Begrüssungsansprache.
Schlagworte und Erinnerungen
«Die heutige Jugend ist von Grund auf verdorben, böse, gottlos und faul, sie liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität», verglich Schulleiter Urs Rüdisüli die Inschrift auf einer babylonischen Schrifttafel und Sprüche des griechischen Philosophen Sokrates mit Aussagen von heute.
Dass das nicht stimmt, zeigten die 700 Schüler und Schülerinnen an diesem Doppeljubiläum in den Ausstellungen und Aktivitäten in den beiden Schulhäusern Breite und Grünau. Unter dem Motto «Früher und heute» wurden alte Schultagebücher und Gedichte von früher und heute präsentiert, es wurde nach alten Rezepten gebacken und gekocht und Plakate sowie Fotos gezeigt.
Neben dem internationalen kulinarischen Angebot der verschiedenen ausländischen Vereine und Organisationen war das Festspiel der mehr als 200 Schüler und Schülerinnen des Schulhauses Breite sicher einer der Höhepunkte des Jubiläumsfestes.
Vor voll besetztem Festzelt führten die Jugendlichen die Geschichte von 100 Jahre Schulhaus Breite «1912 bis 2012 – früher und heute» eindrücklich und mit jugendlichem Enthusiasmus vor. Es wurde aus voller Kehle gesungen, getanzt, geturnt, und mit viel Mut wurden akrobatische Einlagen gezeigt. Und am Schluss des fast einstündigen Festspiels zeigten die strahlenden Schüler und Schülerinnen auf der Bühne mit grossen, farbigen Lettern das, was die meisten im Publikum spontan fühlten: «Das war mein schönstes Geburtstagsfest.»
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