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Tagblatt Online
7. Dezember 2015, 07:34 Uhr

Auf dem falschen Kontinent

ETTENHAUSEN. Die Rebbergstrasse in Ettenhausen ist nun Teil der legendären Route 66 – zumindest inoffiziell. Drei einheimische Harleyfans haben mit ihren Feriensouvenirs den öffentlichen Raum geschmückt und damit für ein kleines bisschen Irritation gesorgt.

KURT LICHTENSTEIGER

Ein junger Mann steht fragend bei einer Strassenlampe am Fusse des einstigen Rebberges. Das Auge des Betrachters mag ob einer Tafel mit der seltsam anmutenden Beschriftung «Route 66» etwas irritiert worden zu sein. Wohl fragt er sich, was für eine Bewandtnis die Anbringung auf sich hat, entbehrt diese Tafel doch nicht einer gewissen Komik. Ob Scherz, Dorfposse, Kunstobjekt – was auch immer der Gedanke dahinter gewesen sein mag, des Rätsels Lösung liess sich finden.

Das Werk von Töfffans

Als Urheber der ungewöhnlichen Installation auf öffentlichem Grund entpuppten sich drei Töfffans, namentlich Albert Zehnder, Roger Schmid und Richard Zehnder, allesamt Anwohner der Rebbergstrasse. Erst kürzlich befuhren die drei Ettenhauser auf gemieteten Harley Davidsons die «Interstate 40», eine legendäre Ost-West-Route von Chicago nach Los Angeles. «Die ausgediente Strasse wird überwiegend von Touristen benutzt, hat Kultcharakter und ist der Traum jedes Töffliebhabers und insbesondere jedes Nostalgikers, schwärmen Albert und Richard Zehnder noch heute, selbst mit einigem zeitlichen Abstand. «In 17 Tagen haben wir 5000 Kilometer durch die Staaten Kalifornien, Arizona, Nevada und Utah zurückgelegt. Die Route 66 war natürlich das ultimative Highlight unseres Abenteuers. Die Fahrt vermittelte einen Hauch von Freiheit, auch wenn wir im Death Valley eine Lufttemperatur bis zu 49 Grad erdulden mussten. Was jetzt noch bleibt, sind unvergessliche Erinnerungen», schliessen sie ihr Hohelied auf den USA-Trip.

Unter dem Auge des Gesetzes

Und die Erinnerungen verblassen nicht so schnell. An drei Kandelabern befestigte, gut sichtbare Relikte sollen nämlich fortan von ihrer Reise zeugen. Ob sie damit eine gesetzliche Grundlage verletzt haben, lässt sie unbekümmert. Nicht einmal ein Hüter des Gesetzes, der an derselben Strasse wohnt und berufsmässig ein Auge auf Ungesetzliches hat, hielt das Trio von ihrem Vorhaben ab. «Wir wohnen schliesslich nicht in einem kleinkarierten Dorf, in dem sofort ein Eiertanz aufgeführt wird, wenn etwas nicht ganz der Regel entspricht», mochten sich die drei Töffler gesagt haben.



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