Talente im Scheinwerferlicht

SIRNACH ⋅ Am Wochenende standen rund 800 junge Musiker am Ostschweizer Solisten- und Ensemble-Wettbewerb auf der Bühne. Sie wussten die Jury und das Publikum zu überzeugen.
11. September 2017, 05:17
Christoph Heer

Christoph Heer

hinterthurgau

@thurgauerzeitung.ch

Das Technikgefühl, die Grooves, die Bühnenpräsenz, die Nervosität und vieles mehr: Das beobachtete und bewertete die Fachjury vergangenes Wochenende am Ostschweizer Solisten- und Ensemble-Wettbewerb (OSEW). Die Juroren Christian Hartmann (Zürich) und Jochen Schorer (Freiburg, Deutschland), erklärten, dass nicht nur das Gespielte benotet wird. «Grad bei den Perkussionsinstrumenten legen wir auch ein Augenmerk darauf, wie der Teilnehmer am Instrument sitzt, wie er sich vorbereitet hat, ob und wie stark sich jemand verkrampft und vieles mehr. Das Wichtigste ist aber jederzeit, dass der Spass vorhanden ist. Für uns gilt die Devise, jede Leistung zu respektieren. Und so hoffen wir, dass die Nachwuchsmusiker dran bleiben, weitermachen und weiterhin Spass an ihrem Instrument haben; Fehler passieren nun mal, perfekt ist schliesslich niemand.»

Über die aktuelle Austragung des OSEW fanden die beiden ­Juroren nur lobende Worte. «Für die Musikschaffenden wie auch für den Nachwuchs ist das ein enorm wichtiger und sensationell organisierter Anlass. Bravo.»

Wenn die Nerven nicht mitspielen

Ob mit Blechblasinstrumenten, Holzblasinstrumenten, Perkussionsinstrumenten oder in gemischten Ensembles: Während der vergangenen drei Tage gab es zahlreiche musikalische Höhenflüge. Und auch wenn mal etwas nicht so klappte wie gewünscht, dann warf man die Flinte nicht gleich ins Korn. Fabio Hähni (10, Jugendmusik Kreuzlingen) war mit seiner Leistung nicht ganz ­zufrieden. «Ich kam bei meinem Drum-Set etwas ins Stocken, das ist schade. Ich weiss aber auch, warum das passierte. Ich war nämlich sehr nervös.» Wohlwollend nahm der ehrgeizige Jungmusiker die Worte seines Vaters auf. Dieser meinte, dass die Leistung überhaupt nicht schlecht gewesen sei. «Das stimmt. Mir hat es gut gefallen, dementsprechend bin ich stolz auf die Leistung meines Sohnes», meinte Jürg Hähni.

«Plattform gibt jungen Musikern eine Chance»

Dieser tadellos organisierte Grossanlass gastiert seit vielen Jahren in Sirnach, Gemeindepräsident Kurt Baumann amtet auch als Präsident des Vereins OSEW. «Der OSEW ist die ideale Plattform, um der Musik eine Chance zu geben. Ich bin immer wieder berührt von den Leistungen der diesmal rund 800 Teilnehmenden, die mit ihrem überdurchschnittlichen Engagement dem Ganzen eine besondere Note verleihen», sagt Baumann. Dass dies aber überhaupt erst Jahr für Jahr ermöglicht werden kann, ist insbesondere Baumann, seinem ganzen OK und allen Helfern im Vorder- und Hintergrund zu verdanken.

Resultate unter www.osew.ch


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