Renovation statt zentraler Neubau

OBERWANGEN ⋅ Die Schulbehörde plant eine Sanierung des Primarschulhauses in Fischingen. Zu diesem Zweck befinden die Stimmbürger über einen Kreditantrag von 1,6 Millionen Franken.
15. November 2017, 07:03
Roman Scherrer

Roman Scherrer

roman.scherrer@thurgauerzeitung.ch

Das Schulhaus in Fischingen ist mittlerweile 80 Jahre alt. Die Haustechnik entspreche bei weitem nicht mehr den heutigen Anforderungen und Sicherheits­bestimmungen, wie die Schul­behörde in der Botschaft zur kommenden Schulgemeinde­versammlung schreibt. Zudem wird das Gebäude dem wachsenden Raumbedarf der Schule nicht gerecht. Um mehr Schulraum zu schaffen, hat man vor einigen Jahren – ohne einen Rappen aufzuwenden – schlicht die leer ­stehende Wohnung im Obergeschoss umfunktioniert und dazu die Wohnungstüren ausgehängt.

Resultat einer ­Standortanalyse

Das Schulhaus soll nun erhalten und saniert werden. «Das ist das Resultat einer sorgfältigen Standortanalyse, die wir in der Schulbehörde durchgeführt haben», sagt Schulpräsident Godi Siegfried. Die Alternative dazu wäre der Neubau einer zentralen Schulanlage für die ganze Schulgemeinde gewesen. «Unsere Analyse hat aber gezeigt, dass sich ein Neubau finanziell auf das Gleiche belaufen würde wie die Sanierung der bestehenden Standorte, bei den Bau- und den Betriebskosten. So waren für uns schlussendlich andere Kriterien entscheidend. Wie etwa, dass an den einzelnen Standorten der Schulbetrieb weitergeführt werden kann», so Siegfried. Die geplante Sanierung des Fischinger Schulhauses kostet die Schule 1,6 Millionen Franken. Über einen entsprechenden Kreditantrag ­werden die Fischinger an der Schul­gemeindeversammlung vom 23. November befinden.

«Wir sind uns in der Behörde bewusst, dass es um viel Geld geht. Wir sind aber überzeugt, dass es die richtige Lösung ist», sagt Godi Siegfried. So ist der Schulpräsident denn auch zuversichtlich, dass der Kreditantrag angenommen wird. «Die Investi­tion ist nötig, um den Kindern in Fischingen einen Schulbetrieb zu ermöglichen, der den heutigen und künftigen Anforderungen gerecht wird.»

Bauarbeiten starten im nächsten Jahr

Die geplante Sanierung umfasst unter anderem eine Erneuerung der elektrischen Installationen, der Isolation und der Heizung. Die Schulräume werden teil­weise mit Gruppenräumen ergänzt und eine Wohnung, welche zurzeit noch vermietet ist, würde zum Schulraum umgenutzt.

Im nächsten Schuljahr sollen die Bauarbeiten starten. «Ein Teil der Schule wird dann vorüber­gehend nach Oberwangen aus­gelagert», sagt Siegfried. Wohin der zweite Teil verlegt werden kann, prüft die Schulbehörde derzeit noch. Eine Möglichkeit wäre das leer stehende Schulhaus in Schurten. Das Schulhaus Fischingen macht mit 600 000 Franken den grössten Teil der Investitionen aus, welche die Behörde für 2018 budgetiert (die restliche Million wird 2019 investiert). Insgesamt rechnet sie mit Investitionen von 746 000 Franken. Davon sind 77 000 Franken für neue Laptops im Lernraum der Sekundarschule geplant. Das Budget sieht ausserdem bei einem Aufwand von rund 5,3 Millionen Franken ein Defizit von 115 300 Franken vor. Laut Godi Siegfried kein Problem: «Unser Eigenkapital von über vier Millionen Franken erlaubt es, dass wir über eine gewisse Zeit ein Minus budgetieren.»


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