Nur eine Küche sorgt für Diskussionen

BALTERSWIL ⋅ Politische Gemeinde und Schulgemeinde konnten ihre Versammlungen zügig durchführen. Die Stimmbürger haben fast alle Traktanden einstimmig angenommen.
30. November 2017, 07:10
Roman Scherrer

An seiner ersten Schulgemeindeversammlung als Schulpräsident führte Daniel Stamm am Dienstagabend in einer Ruhe durch die Traktanden, dass es schon routiniert wirkte. Er konnte denn auch die meisten Geschäfte der Versammlung in kurzer Frist abschliessen.

Die budgetierte Erfolgsrechnung mit einem Plus von 17 300 Franken und der gleich bleibende Steuerfuss von 98 Prozent wurden gar einstimmig angenommen, ohne dass jemand eine Frage da­zu stellte. Auch die Investitionen wurden von den Stimmbürgern fast ohne Diskussion durchgewunken. Etwa die Sanierung der Schul­küchen für 200 000 Franken und des Pausenplatzes in der Lützelmurg-Anlage für 250 000 Franken.

Eine Investition gab dann doch noch zu reden: die Sanierung der Office-Küche bei der Mehrzweckhalle Lützelmurg. Da­für sieht das Budget 870 000 Franken vor. Ein Votant fand diesen Betrag gar hoch. «Mich stört, dass man nicht sieht, wie viel die einzelnen Posten der Sanierung ­kosten», sagte er und wollte ­wissen, an wie vielen Veranstaltungen die Küche genutzt wird. «Für sechs Grossanlässe wird sie verwendet», antwortete Schulpräsident Stamm und erklärte, wie sich die Kosten zusammensetzen. 250 000 Franken seien alleine für Fassade, Isolation und Türen geplant. Schlussendlich bewilligten die Bürger die ge­samte Investitionsrechnung und 800 000 Franken für die Investitionen mit grosser Mehrheit.

Die Politische Gemeinde konnte ihre Kreditanträge gar noch zügiger abhandeln als die Schule. Sowohl die zweite Etappe der Strassensanierung Höfli-­Niederhofen für 635 000 Franken als auch die Sanierung des Scheibenstands Bichelsee für 280 000 Franken hatten die 108 anwesenden Stimmbürger einstimmig gutgeheissen.

Gemeinderat verzichtet auf Steuererhöhung

Das Budget mit einem Verlust von rund 270 000 Franken und gleichbleibendem Steuerfuss von 49 Prozent wurde ebenfalls einstimmig bewilligt. «Der Gemeinderat hat sich schwergetan, wieder ein Minus zu budgetieren», sagte Gemeindepräsident Beat Weibel. Für ein ausgeglichenes Budget hätten die Steuern um 6,5 Prozentpunkte erhöht werden müssen, worauf der Gemeinderat verzichten wollte.

Zum Schluss verabschiedete Beat Weibel den zurückgetretenen Gemeinderat Roger Schneider und bedankte sich mit den Worten: «Du hast mit uns die Gemeinde weitergebracht.»

Roman Scherrer

roman.scherrer@thurgauerzeitung.ch


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